Aktualisiert 07.11.2013 13:57

Keinen Bock mehr!

Rücktritt - Football-Star lässt Millionen sausen

Er hatte geschafft, was viele wollten. John Moffitt durfte professionell Football spielen. Geld und Ruhm haben ihn aber nicht glücklich gemacht, deshalb wirft der Ami alles hin.

von
fbu

2011 wurde John Moffitt von den Seattle Seahawks in die NFL gedraftet. Ein Traum ging in Erfüllung – dachte er zumindest. Rund zwei Jahre später zieht der 27-Jährige die Reissleine. Moffitt, der im Sommer zu den Denver Broncos wechselte und zwei Partien für sie absolvierte, rief seinen Arbeitgeber diese Woche aus seiner Heimatstadt Seattle an und informierte ihn, dass er nicht mehr zum Team zurückkehre.

Diesen Entscheid kostet den Offensive Guard so einige Dollarscheine. Er hatte einen laufenden Vertrag über 625'000 Dollar in diesem Jahr, im nächsten wären es bereits 752'000 Dollar gewesen. Seine Karriere hätte zudem wohl noch einige Jahre dauern können. Trotzdem sah Moffitt keinen Grund mehr, Footballspieler zu sein. Gegenüber der Associated Press erklärte der 145-Kilo-Mann: «Ich habe einfach darüber nachgedacht und gemerkt, dass ich nicht glücklich bin. Ich denke, es ist verrückt, seine Gesundheit und seine Zufriedenheit für Geld aufs Spiel zu setzen.»

Moffitt braucht Super-Bowl-Erfahrung nicht

Auch die Möglichkeit, mit den Broncos allenfalls beim Super Bowl dabei zu sein, konnte Moffitt nicht von seinem Entscheid abbringen. «Mich kümmert der Super Bowl nicht. Früher hat er das natürlich getan, in jedem Spiel habe ich alles gegeben. Nun weiss ich, dass ich das Super-Bowl-Erlebnis nicht brauche. Ich habe in riesigen Stadien und gegen grossartige Spieler gespielt. Das reicht mir.»

Moffits Karriere lief allerdings nicht immer nach Wunsch. Nachdem er in seiner ersten Saison neun Partien für die Seahawks gespielt hatte, verletzte er sich am Knie und fiel für den Rest der Saison aus. In der folgenden Saison konnte er zurückkehren, machte aber Schlagzeilen mit öffentlichem Urinieren. Er bekannte sich schuldig in der Anklage der Erregung öffentlichen Ärgernisses. Moffitts Fazit zu seiner Karriere fällt trotzdem positiv aus: Ich schaue zurück und bin dankbar für die ganze Erfahrung. Nun würde ich mich gerne eine Weile vom Gemüse aus meinem Garten ernähren, viel Gewicht verlieren und möglichst viel Zeit mit den Leuten, die ich liebe, verbringen.» Eins muss man dem 27-Jährigen lassen: Das Gewicht von 145 Kilogramm halten zu müssen, klingt tatsächlich nicht nur nach Spass.

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