Sozialhilfe: Rückzahlungen: Überschüsse für acht Gemeinden
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SozialhilfeRückzahlungen: Überschüsse für acht Gemeinden

21 Mio. Franken haben die Thurgauer Gemeinden 2008 netto für Sozialhilfe ausgegeben. Das waren 22 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Acht Gemeinden bekamen gar mehr Geld zurück, als sie auszahlten.

Das kantonale Fürsorgeamt begründet den Rückgang mit der «noch guten Arbeitsmarktlage im Jahr 2008». Laut Mitteilung vom Donnerstag rechnen das Fürsorgeamt und die kantonale Dienststelle für Statistik 2009 rezessionsbedingt wieder mit steigenden Sozialhilfekosten.

Viele Rückzahlungen

2008 sind die Kosten aber noch zum zweiten Mal hintereinander gesunken. Dass die Sozialhilfekosten netto so stark sanken, lag vor allem daran, dass mehr einmal bezogene Leistungen wieder zurück erstattet wurden.

Brutto hatten die Gemeinden mit 85,5 Mio. Franken nur rund 0,8 Mio. Franken oder knapp ein Prozent weniger bezahlt als 2007. Am stärksten sanken sie mit 40 Prozent in der Stadt Kreuzlingen, die damit noch 105 Franken pro Kopf der Bevölkerung für Sozialhilfe aufwendete.

Die höchsten Pro-Kopf-Kosten fielen mit 324 Franken in Rickenbach an. Die Gemeinde musste eine Steigerung der Nettoaufwendungen um 13,2 Prozent hinnehmen.

Dagegen bekam die Gemeinde Braunau pro Kopf 47 Franken mehr zurück, als sie ausgegeben hatte. Sie gehörte zu jenen acht kleinen und mittleren Gemeinden, die aus der Sozialhilfe einen Überschuss zurück behielten.

Fast die Hälfte weniger Alimentenbevorschussungen

Erstmals seit fünf Jahren sanken die Unterstützungsleistungen im kantonalen Durchschnitt unter 100 Franken pro Kopf der Wohnbevölkerung: Die Gemeinden zahlten noch 87 Franken pro Kopf - 26 Franken weniger als 2007.

Wie die Sozialhilfeausgaben waren auch die Alimentenbevorschussungen rückläufig, sie blieben mit netto 3,03 Mio. Franken um 41 Prozent unter dem Vorjahresstand. Am stärksten sanken sie im Bezirk Münchwilen, wo die Leistungen um 57,7 Prozent zurück gingen.

Tiefe Sozialhilfequote

Gemäss der Schweizerischen Sozialhilfestatistik 2007 - eine aktuellere gibt es noch nicht - nahmen im Kanton Thurgau rund 4100 Personen Leistungen der öffentlichen Sozialhilfe in Anspruch. Dies waren 1,8 Prozent aller Thurgauer Einwohnerinnen und Einwohner.

Damit lag die Sozialhilfequote deutlich unter dem gesamtschweizerischen Mittel von 3,1 Prozent und war auch tiefer als in den umliegenden Kantonen Zürich (3,7 Prozent), Schaffhausen (2,4 Prozent) und St. Gallen (2,1 Prozent).

(sda)

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