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Larry Huras«Rüeger spielt das beste Hockey seines Lebens»

SCB-Trainer Larry Huras (55) über die Chancen, ein 1:3 noch aufzuholen, Klotens Torhüter Ronnie Rüeger und die guten Erinnerungen an 2003.

von
Klaus Zaugg
Larry Huras weiss, wie man Playoff-Serien dreht. (Bild: Keystone/AP)

Larry Huras weiss, wie man Playoff-Serien dreht. (Bild: Keystone/AP)

20 Minuten Online: Sie haben mit den ZSC Lions und mit Lugano 1:3-Rückstände in den Playoffs aufgeholt. Nun liegen Sie mit dem SCB gegen die Kloten Flyers 1:3 zurück. Ist die Situation in Bern jetzt vergleichbar?

Larry Huras: Ja, durchaus. Es ist immer das gleiche: Playoffs können wie Kartenspiele sein, bei denen du während einer gewissen Zeit nur schlechte Karten bekommst. Es geht darum, diese Phase zu überstehen bis irgendwann wieder bessere Karten ausgeteilt werden.

Es ist also am Dienstag gelungen, trotz schlechten Karten schliesslich 2:1 zu gewinnen.

Ja, so ungefähr. Wir haben aus 29 Chancen nur zwei Tore erzielt. Ich glaube, Ronnie Rüeger spielt das beste Hockey seines Lebens. Aber wir haben trotzdem gewonnen.

Auch deshalb, weil Torhüter Marco Bührer erstmals in dieser Serie kein haltbares Tor zugelassen hat.

Er hat am Dienstag sehr, sehr gut gespielt.

Haben Sie sein Selbstvertrauen in Einzelgesprächen wieder aufgerichtet?

Nein, das war nicht notwendig. Zu haltbaren Toren tragen immer auch die Vorderleute etwas bei. Aber kritisiert wird nur der Torhüter. So ist es eben. Entscheidend ist, wie ein Goalie mit dieser Situation umgeht. Wir gerieten beispielsweise mit Lugano 2003 im Finale gegen Davos 0:2 in Rückstand und alle gaben dafür Ronnie Rüeger die Schuld. Er hatte haltbare Tore zugelassen. Aber dann holten wir mit vier Siegen hintereinander den Titel. In den beiden letzten Partien liess Ronnie keinen einzigen Treffer mehr zu. Er ist mental unglaublich stark.

Ist Marco Bührer mental so stark wie Ronnie Rüeger?

Ja, ganz sicher.

Waren Ihre Spieler im Training am Mittwoch nach dem ersten Sieg im Halbfinale etwas entspannter?

Oh ja. Dieser Sieg hat gut getan, das Lachen ist in die Gesichter meiner Spieler zurückgekehrt.

Ich habe Christian Dubé gesagt, es gebe für ihn und Simon Gamache einen ganz besonderen Grund, warum diese Serie gegen Kloten noch gewonnen werden muss.

So? Und was ist dieser besondere Grund?

Ich habe ihm gesagt, dass Sie gefeuert werden, wenn diese Serie verloren geht und nächste Saison Trainer beim HC Fribourg-Gottéron werden (Dubé und Gamache spielen nächste Saison bei Gottéron – Anm. d. Red.)

Oh, welch eine Ironie der Geschichte wäre das!

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