Darum wechselt Italien-Coach Roberto Mancini gegen Wales den Goalie aus
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Teamgeist steht über allemRührende Aktion – darum wechselte Italien-Coach gegen Wales den Goalie

Im EM-Spiel gegen Wales nimmt Italien-Coach Roberto Mancini kurz vor Ende scheinbar grundlos seinen Goalie raus. Die Geschichte dahinter verrät, warum die Squadra Azzurra plötzlich so stark ist.

von
Lucas Werder
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In der 89. Minute wechselt Italien gegen Wales Goalie Salvatore Sirigu für Gianluigi Donnarumma ein.

In der 89. Minute wechselt Italien gegen Wales Goalie Salvatore Sirigu für Gianluigi Donnarumma ein.

Pool via REUTERS
Hinter dem Wechsel steckt eine persönliche Story von Trainer Roberto Mancini.

Hinter dem Wechsel steckt eine persönliche Story von Trainer Roberto Mancini.

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Er setzt bei der Squadra Azzurra auf den Teamgeist.

Er setzt bei der Squadra Azzurra auf den Teamgeist.

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Darum gehts

  • Im Spiel gegen Wales wechselt Italien kurz vor Schluss ohne Not den Goalie.

  • Dahinter steckt eine persönliche Geschichte von Italien-Coach Roberto Mancini.

  • Die Suqadra Azzurra ist mittlerweile seit 30 Spielen ungeschlagen und hat die letzten elf davon gewonnen – ohne ein einziges Gegentor.

89 Minuten sind in der Partie zwischen EM-Favorit Italien und Wales gespielt, als sich so mancher Fussballfan verwundert die Augen reibt. Kurz vor Schluss nimmt Italien-Coach Roberto Mancini seinen fünften und letzten Wechsel vor. Der 56-Jährige bringt aber nicht etwa einen frischen Verteidiger, um den 1:0-Mini-Sieg gegen Wales über die Zeit zu bringen, sondern nimmt seinen Stammgoalie Gianluigi Donnarumma vom Feld. Für ihn kommt Routinier Salvatore Sirigu für die letzten Minuten.

Arroganzanfall bei den bislang so bärenstarken Italienern? Ganz im Gegenteil. Im Netz wird Roberto Mancini für seine Aktion gefeiert. Hinter dem ungewöhnlichen Wechsel steckt nämlich eine rührende Geschichte. Zwischen 1982 und 1997 lief Mancini über 400 Mal für Sampdoria Genua auf und erzielte dabei rund 130 Tore. Trotzdem konnte sich der Stürmer in der italienischen Nationalmannschaft nie richtig durchsetzen.

Keine einzige WM-Minute für Mancini

Besonders bitter: Bei der legendären Heim-WM 1990 schafft es Italien bis in den kleinen Final und wird am Ende Dritter. Mancini steht dabei aber keine einzige Minute auf dem Feld. «Bis heute bezeichnet er es als die grösste Enttäuschung seiner Karriere, nie an einer WM gespielt zu haben», heisst es in den italienischen Medien.

Seinen jetzigen Spielern will Mancini ein ähnlich trauriges Schicksal ersparen. Im dritten Gruppenspiel gegen Wales wechselte er bei den bereits für den Achtelfinal qualifizierten Italienern auf acht Positionen. Auch den goldenen Treffer zum 1:0 erzielte mit Matteo Pessina, einer aus der zweiten Garde. Nach den drei Gruppenspielen sind bereits 25 der 26 Spieler im Kader zum Einsatz gekommen. Einzig der dritte Goalie, Alex Meret, stand noch nicht auf dem Feld.

30 Spiele ungeschlagen

Für Mancini steht der Teamzusammenhalt an oberster Stelle. «Es ist wichtig, dass die Identität der Mannschaft genau gleich bleibt, auch wenn wir mehrere Spieler tauschen», so der Italien-Trainer. Jeder seiner Spieler habe das Zeug dazu, Stammspieler zu sein. «Wenn wir sagen, dass wir eine Nationalmannschaft für alle sind, dann meinen wir das auch so», sagte Mittelfeldspieler Marco Verratti nach Spielschluss im italienischen TV. «Jeder gehört hierher.»

Bislang geht der Plan von Mancini mehr als auf. Seit der verpassten WM 2018 ist die Squadra Azzurra 30 Spiele ungeschlagen. An der laufenden EM gehört Italien plötzlich zu den Topfavoriten auf den Titel. Erstmals in der EM-Geschichte gewann ein Land alle seine drei Gruppenspiele und kassierte dabei keinen einzigen Treffer. Gegen Wales feierten unsere südlichen Nachbarn schon den elften Sieg in Serie. Dabei hat man unfassbare 32 Tore erzielt. In diesen elf Spielen haben die Italiener kein einziges Tor zugelassen. Auch nicht in den wenigen Minuten, in denen am Sonntagabend Salvatore Sirigu EM-Luft atmen durfte.

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