Aktualisiert 08.02.2010 15:57

Kriegsschiff-HandelRüstungsdeal für die hohe See

Frankreich rüstet Russland mit bis zu vier High-Tech-Kriegschiffen der Mistral-Klasse auf, die das Angriffspotenzial Moskaus erheblich verbessern würden. Der Verkauf eines Helikopterträgers ist bereits beschlossen, und eine positive Antwort auf die Anfrage nach drei weiteren Schiffen wird in Erwägung gezogen.

von
Jamey Keaten, AP

Die Lieferung von vier Kriegsschiffen wäre das erste grosse Rüstungsgeschäft zwischen Moskau und einem NATO-Mitgliedsstaat, teilte der Chef der französischen Rüstungsagentur DGA, Jacques de Lajugie, am Montag auf einer Pressekonferenz in Paris mit. Die Aussicht auf die Aufrüstung Russlands führt in ehemaligen Ostblockstaaten zu Beunruhigung: «Ich halte es nicht für eine gute Idee, solche Schiffe an einen Staat zu liefern, der das Territorium eines anderen Staates besetzt hat», sagte der georgische Kabinettsminister Temur Jakobaschwili der Nachrichtenagentur AP.

Die russische Kriegsmarine hatte im vergangenen Jahr erklärt, mit einem Mistral-Schiff wären die Streitkräfte im Krieg gegen Georgien im Jahr 2008 effektiver gewesen. Ein Mistral-Schiff kann rund 16 Hubschrauber tragen und zudem Dutzende Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge aufnehmen.

Entscheidung im März?

Nachdem der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy grünes Licht für den Verkauf eines ersten Kriegsschiffes gegeben habe, sei die russische Marineführung mit der Anfrage nach drei weiteren Schiffen an Paris herangetreten, sagte DGA-Chef Lajugie. Eine Entscheidung könne in den kommenden Wochen fallen. Der russische Präsident Dimitri Medwedew stattet Frankreich im März einen Besuch ab.

Eine der ausstehenden Fragen sei, wo die Kriegsschiffe gebaut würden, erklärte Lajugie. Über den Zeitplan für die Lieferung des zugesagten Schiffes machte er noch keine Angaben.

Russische Medien hatten bereits am Wochenende über den Rüstungsdeal berichtet. Paris stellte eines der knapp 300 Meter langen Mistral-Schiffe im vergangenen Jahr in St. Petersburg vor, was als deutliches Zeichen für ein Verkaufsinteresse gewertet wurde. Die Schiffe können nah an der Küste vor Anker gehen und Truppen an Land bringen. Damit könnten Operationen in 40 Minuten durchgeführt werden, die mit den bisherigen russischen Schiffen 26 Stunden dauerten, hatte die russische Marineführung im vergangenen Jahr erklärt.

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