Vermehrte Unfälle: Rütihof: Experte fordert Untersuchungen
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Vermehrte UnfälleRütihof: Experte fordert Untersuchungen

Die Autobahn-Verzweigung Rütihof muss beobachtet und analysiert werden, fordert ein Verkehrsexperte. Die Polizei sieht keinen Handlungsbedarf.

von
SAW
Unfälle auf der A14: Polizei und Astra sehen keinen Handlungsbedarf.

Unfälle auf der A14: Polizei und Astra sehen keinen Handlungsbedarf.

Zwei Auffahrunfälle innert zwei Tagen. Die Folge: Kilometerlanger Stau. Auf der Autobahn A2 bei Rotkreuz zwischen Gisikon und der Verzweigung Rütihof ist es am vergangenen Mittwochmorgen sowie am Donnerstagmorgen in Mitten des Pendlerverkehrs jeweils zu einem Auffahrunfall mit verheernden Folgen gekommen. Wegen der Unfälle kam es zu Behinderungen im Morgenverkehr und einer Staubildung von 13 Kilometern.

Der Abschnitt birge spezielle Risiken

Verkehrspsychologe Andreas Widmer sieht Handlungsbedarf: «Der kritische Ort muss unbedingt beobachtet werden», sagt der Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Verkehrspsychologie zur «NLZ». Wieso diese Stelle kritisch ist, sei zwar aufwendig herauszufinden, doch könne dies aufschlussreich sein und sogar Optimierungspotenzial aufzeigen.

Widmer erklärt, dass zwar nur bei drei Prozent der Autounfälle die Infrastruktur verantwortlich sei und 95 Prozent der Autounfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, dennoch würde der Abschnitt bei Rotkreuz spezielle Risiken birgen: «Gefahr lauert besonders da, wo Autofahrer immer die gleiche Strecke zurücklegen, sich in Sicherheit wiegen.» Auch würde sich das Verhalten der Fahrer verändern, wenn der Verkehr zunimmt: «Dort, wo viele Menschen aufeinader treffen, sind sie gestresst.»

«Die Infrastruktur ist nicht verantwortlich»

Bei der Polizei ist man anderer Meinung: Marcel Schlatter, Mediensprecher der Zuger Polizei, sieht keinen Handlungsbedarf. «Der Unfall ist rein auf die Unaufmerksamkeit der Fahrer zurückzuführen», so Schlatter. Das Strassennetz sei sehr dicht befahren – vor allem im Pendlerverkehr morgens und abends. Eine zusätzliche Signalisation, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erhöhen, sei an dieser Stelle nicht vorgesehen.

Auch für Esther Widmer, Kommunikationsbeauftragte des Bundesamt für Strassen, ist klar, dass die Verzweigung Rütihof kein Unfallschwerpunkt sei: «Die beiden Auffahrunfälle haben sich infolge Unaufmerksamkeit ereignet. Dafür ist die Infrastruktur nicht verantwortlich. Daher werden auch keine Massnahmen ergriffen oder geplant.»

Laut Widmer würden täglich rund 60'000 Fahrzeuge bei der Verzweigung vorbeifahren. «Gemäss Verkehrmanagemtzentrale Emmen gibt es dort temporäre Verkehrsüberlastungen während der Hauptverkehrszeiten – aber nicht täglich.»

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