Rütli-Bombe: Polizei verhaftet Verdächtigen

Aktualisiert

Rütli-Bombe: Polizei verhaftet Verdächtigen

Im Zusammenhang mit dem Sprengstoffanschlag an der 1.-August-Feier auf dem Rütli ist eine Person festgenommen worden. Der Verhaftete steht auch unter dringendem Tatverdacht für die Anschläge an den Wohnorten von drei Rütli-Verantwortlichen Anfang September.

Ob die Anschläge wie vermutet von Rechtsextremen verübt wurden, liess die Behörde offen. Die Bundesanwaltschaft (BA) teilte lediglich mit, sie habe mit Unterstützung der Bundeskriminalpolizei Ende Januar eine Person festgenommen. Wegen Verdunklungs- und Fluchtgefahr bleibe diese in Untersuchungshaft.

Mehrere Delikte

Gemäss der BA besteht dringender Tatverdacht, und zwar in Bezug auf mehrere Delikte. Das gerichtspolizeiliche Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Um die Ermittlungen der Bundesstrafverfolgungsbehörden nicht zu gefährden, könne sie keine näheren Informationen zum Verfahren geben, sagte BA-Sprecherin Jeannette Balmer. Auch zur Person des Festgenommenen machte sie keine Angaben.

Die erste Detonation war am 1. August auf dem Rütli erfolgt, unmittelbar nach der Feier mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Es handelte sich dabei um einen Feuerwerkskörper, der in 20 Zentimeter Tiefe vergraben war und mit einem Zeitzünder ausgelöst wurde.

Anschlagsserie

Am Morgen des 4. Septembers detonierten in der Innerschweiz innerhalb einer Stunde drei Sprengsätze, und zwar bei politischen Exponenten der Rütlifeier. Verletzt wurde niemand.

Die Briefkasten-Anschläge galten dem Urner Sicherheitsdirektor Josef Dittli, dem Nidwaldner Nationalrat Edi Engelberger und der Luzerner alt Nationalrätin und damaligen Präsidentin der Rütli-Kommission, Judith Stamm.

Rechtsextreme Täterschaft vermutet

Allgemein vermutet wurde, dass die Anschläge auf das Konto von Rechtsextremen gehen. Die Organisatoren der Rütlifeier hatten dank eines Ticket-Systems zu verhindern gewusst, dass die Rechtsradikalen die Bundesfeier als Bühne nutzten. Die rechtsextreme PNOS hielt später eine eigene Veranstaltung auf dem Rütli ab.

Lange Zeit war offen gewesen, ob die 1.-August-Feier auf der Wiese oberhalb des Vierwaldstättersees überhaupt stattfinden konnte, dies weil die Anrainerkantone den Sicherheitsaufwand scheuten.

Erst am 22. Juni konnte die Rütli-Kommission die Durchführung der Bundesfeier bekannt geben. Zuvor hatten die Stadt Luzern als Einschiffungsort und Unternehmer einen finanziellen Beitrag an die Sicherheitskosten zur Verfügung gestellt. (sda)

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