Aktualisiert 08.12.2008 15:43

Schweiz«Rütli-Bomber» auf freiem Fuss

Der mutmassliche Urheber der Sprengstoffanschläge um die Rütli-Feier von 2007 ist bereits am vergangenen Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Er hat seine drei Pässe abgegeben und die Kaution von 10 000 Franken hinterlegt.

Das Bundesgericht hatte vor zehn Tagen die Beschwerde der Bundesanwaltschaft (BA) gegen die vom Bundesstrafgericht verfügte Haftentlassung abgewiesen. Die Richter in Bellinzona hatten die Entlassung davon abhängig gemacht, dass seine Eltern eine Kaution von 10 000 Franken leisten.

Drei Pässe

Zudem wurde verlangt, dass der Verdächtigte seinen irischen, japanischen und kanadischen Pass abgibt und sich wöchentlich bei der Polizei meldet. Wie der zuständige Eidg. Untersuchungsrichter Hans Baumgartner am Montag auf Anfrage mitteilte, wurde der Betroffene bereits am vergangenen Donnerstag aus der Haft entlassen

Das Bundesgericht war in seinem Entscheid zum Schluss gekommen, dass zwar noch eine gewisse Fluchtgefahr bestehe. Die Auflagen seien jedoch geeignet, diese zu bannen. Der Mann wird verdächtigt, Urheber mehrerer Sprengstoffanschläge zu sein.

Mehrfacher Verdacht

Am 1. August 2007 war auf dem Rütli unmittelbar nach der Feier mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ein Sprengsatz detoniert. Es handelte sich um einen Feuerwerkskörper, der in 20 Zentimeter Tiefe vergraben war und mit einem Zeitzünder ausgelöst wurde.

Am 4. September explodierten in der Innerschweiz drei weitere Sprengsätze in Briefkästen von politischen Exponenten der Rütlifeier. Verletzt wurde niemand. Die BA verdächtigt den Mann zudem, im Kanton Zürich am 5. März und am 19. Juli 2007 zwei weitere Sprengstoffanschläge begangen zu haben. Der Fall liegt gegenwärtig beim Eidgenössischen Untersuchungsrichteramt. Es führt die Voruntersuchung wegen mehrfacher verbrecherischer Gefährdung durch Sprengstoffe. (sda)

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