Ruft Bern zum Uefa-Bschiss auf?
Aktualisiert

Ruft Bern zum Uefa-Bschiss auf?

Schlitzohrigkeit pur auf der offiziellen Website Berns zur Euro 08: Die Stadt rät ihren Bürgern, es bei privaten Leinwänden mit den Uefa-Regeln nicht so genau zu nehmen.

Auf der offiziellen Homepage der Stadt Bern zur Euro 08 können die Bürger auch Fragen stellen. So wollte ein Berner wissen, ob er während der Matches eine Leinwand in seinem Garten aufstellen dürfe. Anwort: «Im Prinzip schon. Erst ab einem Durchmesser von mehr als drei Metern ist eine Lizenz der Uefa nötig.» So weit, so gut. Für Verwirrung sorgt erst der Folgesatz: «Dies zu überprüfen ist jedoch praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.»

Hinter dieser Formulierung wittert die «NZZ am Sonntag» einen «Aufruf zum Bschiss». Weist die Stadt hier seine Bürger an, es mit den Uefa-Bestimmungen nicht so genau zu nehmen? Stadtpräsident Alexander Tschäppät wiegelt ab. Es entspreche der Realität, dass private Leinwände schwer zu kontrollieren seien und es sei keine Aufforderung, sich gegen die Uefa-Regeln aufzulehnen.

Tschäppät räumt aber auch ein: «Ich gehe nicht davon aus, dass die Uefa mit dem Massband durch die Gärten schleichen wird.» Können Private also tun und lassen, was sie wollen? Im Prinzip also schon. Die Stadt selbst will aber sauber bleiben: «Wir werden uns klar an die Regeln halten», so Tschäppät.

Lorenz Hanselmann

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