Abschied von Daniel Buess: «Ruhe in Frieden, Liebe meines Lebens»
Aktualisiert

Abschied von Daniel Buess«Ruhe in Frieden, Liebe meines Lebens»

Musiker aus der ganzen Welt sind betroffen über den Tod des Basler Schlagzeugers Daniel Buess. Die Umstände seines Ablebens sind weiterhin ungeklärt.

von
lha
Daniel Buess in Aktion bei einer Performance in Zagreb im Mai 2015.

Daniel Buess in Aktion bei einer Performance in Zagreb im Mai 2015.

Kein Anbieter/Tjaa Kalkan

Die Basler Staatsanwaltschaft bestätigte am Samstag, was zwei Tage zuvor auf Facebook bekannt geworden war. Die Leiche, die am Donnerstag bei Village-Neuf (F) aus dem Rhein geborgen wurde, ist Daniel Buess. Seine Lebenspartnerin teilte seinen Tod schon am Donnerstag auf ihrer Seite. «Ruhe in Frieden, Liebling, Mann meiner Träume und Liebe meines Lebens», schrieb sie auf Facebook, nachdem sie die Schock-Nachricht erhalten hatte. Am Freitag kündigte sie eine Trauerfeier zu Ehren des Verstorbenen am 21. März im Gare du Nord an. Das Lokal war auch die Heimat des international renommierten Ensembles Phoenix, zu dessen Gründern Buess gehörte.

«Sein Leben war die Musik!» Diese Zeile zierte Buess' Todesanzeige in den Zeitungen vom Samstag. Und in der Musik war der 40-Jährige ein Grenzgänger. Der Perkussionist habe an den Proben gespielt, als gäbe es kein Morgen. «Jedes Geräusch war so intensiv, als wäre es das Wichtigste der Welt», schreibt der Gitarrist des Ensemble Phoenix Maurizio Grandinetti.

Buess war als Schlagzeuger und Perkussionist in vielen Bereichen zu Hause. Industrial Rock, Noise oder radikale Klangexperimente, sein Wirken überschritt Genregrenzen. «Buess war ein radikaler Ausnahmeschlagwerker und Klangschamane», schrieb Chrigel Fisch vom Popfördernetzwerk RFV Basel in seinem Nachruf. Die Betroffenheit über seinen Tod ist auf der ganzen Welt gross. Mit seinen verschiedenen Formationen spielte Buess hunderte von Konzerten auf mehreren Kontinenten.

Todesumstände weiterhin rätselhaft

Auch über einen Monat nach seinem Verschwinden ist weiterhin unklar, unter welchen Umständen der 40-Jährige im Rhein landete. «Es gibt dem Institut für Rechtsmedizin zufolge keine Hinweise auf äussere Gewalt», sagt Kriminalkommissär Peter Gill. Das IRM hat Buess bereits obduziert. Die Resultate der Untersuchung stehen aber noch aus. Das könne einige Tage dauern, so Gill. «Nach wie vor sind wir aber auf Zeugen angewiesen», sagt er.

Buess wurde zum letzten Mal in der Nacht auf den 7. Februar im Kleinbasler Ausgehquartier zwischen Kaserne und Mittlerer Brücke gesehen. Er soll in jener Nacht ausgelassen gefeiert haben.

Daniel Buess war bekannt für eher schwer zugängliche, experimentelle Musik. Das Video zeigt den Auftritt seiner Band MIR in Genf im April 2013. (Video: Youtube.com/mojuvideo)

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