Alinghi vs. BMW Oracle: Ruiniert der Rechtsstreit den America's Cup?
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Alinghi vs. BMW OracleRuiniert der Rechtsstreit den America's Cup?

Das juristische Duell zwischen Alinghi und BMW Oracle geht in die nächste Runde. Der Zweikampf hat schon lange nichts mehr mit Segelsport zu tun. Der Imageschaden wächst. Den Teambesitzern dürfte das egal sein.

Der America's Cup ist der älteste Sportwettkampf der Welt. Erstmals wurde er auf der Isle of Wight im Jahre 1851 ausgetragen. Im Februar 2010 soll der 33. Wettkampf über die Bühne gehen. Doch weil die Stiftungsurkunde (Deed of Gift) vorschreibt, dass - kurz zusammengefasst - der Herausforderer den Yachttyp, der Titelverteidiger den Ort bestimmt und beide zusammen die Regeln vereinbaren können, tobt seit dem Ende der 32. Ausgabe 2007 ein juristischer Machtkampf. Mitten drin ist das Schweizer Syndikat Alinghi, welches 2003 erstmals in der 152-jährigen Geschichte den America's Cup nach Europa holte – und die Schweiz zu einer Segelnation machte. Durch die Erfolge von Alinghi gewonnene Segelfans drohen dem Sport wieder den Rücken zu kehren.

Denn nach der erfolgreichen Titelverteidigung 2007 dominierten nicht mehr Wendemanöver, sondern juristisches Geplänkel. Der Imageschaden des Wettbewerbs dürfte grösser sein als derjenige der Formel 1 bei dessen jüngsten Diskussionen um die neuen Reglemente.

Geld spielt bei den Besitzern keine Rolle

Anders als bei der Königsklasse des Motorsports sind beim America's Cup die Kosten aber nicht so wichtig. Denn die beiden Teambesitzer Ernesto Bertarelli (Alinghi) und Larry Ellison (BMW Oracle) sind Milliardäre. Springen die Hauptsponsoren ab, zahlen sie einfach etwas mehr Geld aus der eigenen Kasse. Bei Alinghi ist der Entscheid der UBS über ein weiteres Engagement noch hängig, bei Oracle ist BMW weiterhin mit dabei. Finanziell sind die Syndikate nicht auf fremde Gelder angewiesen. Auch der mögliche Zuschauerschwund durch das ewige Hin und Her wäre verkraftbar. Denn: Für den America's Cup muss niemand Eintritt bezahlen. Die Zuschauer vor Ort können genauso gratis zuschauen, wie die VIP-Gäste auf den Schiffen, weil diese grundsätzlich eingeladen werden.

Was die Zukunft bringt, bleibt abzuwarten. Das New Yorker Gericht muss die beiden Anträger der Streithähne beurteilen: Alinghi will von Oracle die Zertifizierung des Trimarans, die Amerikaner werfen den Schweizern vor, die Regeln eigenmächtig modifizieren zu wollen. Sicher ist nur eines: Helfen wird das alles dem Segelsport nicht.

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