Aktualisiert 23.01.2008 13:32

Rumänenbande betrügt im grossen Stil auf eBay

Ein kleines Städtchen in Rumänien entpuppt sich als Hochburg der Internetkriminalität. Das Jagdgebiet der organisierten Banden ist eBay.

Dragasani zählt 21 000 Einwohner, der Durchschnittslohn liegt bei 373 Franken. Nichts desto trotz sind an den Wochenenden auffallend viele Luxuskarossen im Städtchen unterwegs. Laut einem Bericht von Stern-Online ist der Ursprung des Aufschwunges auf ortsansässige Verbrecherbanden zurückzuführen, die auf eBay in grossem Stile ahnungslose Käufer und Verkäufer über den Tisch ziehen. Einer von ihnen ist Mihai P. Innert kurzer Zeit legte er mehr als 80 Personen aufs Kreuz, Gesamtschaden: Rund 90 000 Franken. Die Beute verjubelte er in Luxuslokalen wie dem Bamboo in Bukarest.

Seine Masche war denkbar simpel: Er bot Artikel an, die er gar nicht besass und manipulierte seine Opfer so lange, bis sie ihm das Geld vor Erhalt der Ware auf ein Konto von Western Union überwiesen. Laut dem Artikel auf Stern-Online steht der Bargeld-Service bei Betrügern hoch im Kurs, weil jeder der die MTCN-Nummer (Money Transfer Code Number) kennt, das Geld am Bankomaten abheben kann. Und so ein Konto lasse sich auch leicht eröffnen, notfalls mit einem gefälschten Pass.

Mihai P. ist bei weitem keine Einzelfall. Von Dragasani aus konzentrieren sich organisierte Gruppen mit mehreren hundert Mitglieder auf die Internetbetrügerei. Ihre Opfer stammen zum grössten Teil aus den USA. «Ich habe gehört, dass man einer Nigerianerin eine Yacht verkauft hat. Eine Yacht! Aus Dragasani! Dragasani liegt ja noch nicht einmal am Meer», wundert sich der Bürgermeister Georghe Iordache über die Naivität der Opfer im Gespräch mit Stern-Online.

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