Russland: Rummel um Putin im Frauen-Fummel
Aktualisiert

RusslandRummel um Putin im Frauen-Fummel

In St. Petersburg sind bei einer Polizei-Razzia mehrere Politiker-Portraits beschlagnahmt worden. Der Künstler hat sich nach Frankreich abgesetzt.

Der Staatsschef und sein Kollege in Frauenkleidern war den Behörden anscheinend zuviel der kulturellen Freiheit.

Der Staatsschef und sein Kollege in Frauenkleidern war den Behörden anscheinend zuviel der kulturellen Freiheit.

Bei einer Razzia in einem Kunstmuseum in St. Petersburg hat die russische Polizei mehrere Politikerporträts beschlagnahmt. Die erst jüngst eröffnete Ausstellung «Herrscher» des Künstlers Konstantin Altunin sei geschlossen worden, berichteten Medien aus der Millionenmetropole am Dienstag.

Auf einem Bild war ein halbnackter Kremlchef Wladimir Putin mit Ministerpräsident Dmitri Medwedew in Frauenunterwäsche zu sehen. Die Polizei teilte mit, dass die Bilder auf Gesetzesverstösse untersucht würden.

Die Schau befand sich auf der Prachtstrasse Newski Prospekt im Museum der Macht. Insgesamt seien vier Exponate beschlagnahmt worden. Auf einem Bild war auch eine Karikatur des prominenten Stadtpolitikers Anatoli Milonow vor einer Regenbogenfahne zu sehen. Milonow ist ein landesweit bekannter Kämpfer gegen Homosexualität. «Die Darstellungen sind beleidigend», sagte der Politiker der Staatsagentur Ria Nowosti.

Künstler geflohen

Der betroffene Künstler Altunin hat seine Heimat verlassen und sich nach Frankreich abgesetzt.Das teilte die St. Petersburger Museumsdirektorin Tatiana Titowa am Mittwoch mit. Demnach will Altunin in Frankreich Asyl beantragen. St. Petersburg gilt für russische Verhältnisse als vergleichsweise weltoffene Kulturhauptstadt und ist vom 5. bis 6. September Gastgeber des G20-Gipfels.

Die Ausstellung «Herrscher» sollte nach Angaben verschiedener Medien auch einen künstlerischer Beitrag zum Besuch von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt leisten. (sda)

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