Run auf Fachhochschulen
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Run auf Fachhochschulen

In der Schweiz bilden sich 34 Prozent aller Studierenden an einer Fachhochschule aus. Jetzt sollen neu Masterstudiengänge eingeführt werden.

Im Rahmen ihres zehnjährigen Bestehens haben die Fachhochschulen bekräftigt, Masterstudiengänge einführen zu wollen. Kritik ernteten Bundesrat und Nationalrat für die Streichung der Gelder für 2008 bis 2011.

Die Gründung der Fachhochschulen sei die wichtigste Neuerung in der Schweizerischen Hochschulpolitik der letzten 20 Jahre gewesen, sagte Markus Hodel, Präsident der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen (KFH), an einer Medienkonferenz am Montag in Bern. Der Wechsel von 70 Höheren Fachhochschulen zu vorerst sieben, später acht neuen Hochschulen sei mit einem grossen Mass an organisatorischen, administrativen und vor allem inhaltlichen Veränderungen verbunden gewesen. Der Blick in die Gegenwart zeigt laut Hodel, dass die Fachhochschulen 73 Prozent der Elektroingenieure, 47 Prozent der Bauingenieure, 95 Prozent der Fachleute im Sozialbereich und 53 Prozent der Hochschulabgängerinnen und -gänger in den Wirtschaftswissenschaften ausbilden.

Die Zahl der Studierenden nimmt zudem ständig zu. Bereits 34 Prozent aller Studierenden in der Schweiz bilden sich an einer Fachhochschule aus. Laut dem KFH-Präsident sind die Fachhochschulen weitgehend konsolidiert. Im Rahmen der Umsetzung von Bologna seien alle Studiengänge neu konzipiert, sie seien modularisiert und outputorientiert aufgebaut. Dies bedeute, dass im Vordergrund die Kompetenzen der Studierenden stünden, die sie erwerben müssten. Bereits sind laut Hodel nächste Entwicklungsschritte in Planung und Umsetzung. «Wir stehen vor der Einführung von Masterstudiengängen», sagte Hodel.

Die Fachhochschulen unterstützen auch die neue Hochschullandschaft 2012, also das Bestreben von Bund und Kantonen, den Hochschulbereich neu zu regeln, wie KFH-Vizepräsident Marc-Andre Berclaz sagte. Dies heisse, dass sich die Fachhochschulen für ein Hochschulgesetz, einen Finanzierungsmodus für die Hochschulen, ein Bildungsdepartement, eine Rektorenkonferenz und zwei Hochschultypen mit spezifischer Ausrichtung engagierten. Harsche Kritik gab es für Bundesrat und Nationalrat. Für die Jahre 2008 bis 2011 strebe man zwar ein Wachstum von sechs Prozent für den ganzen Bildungs-, Forschungs- und Innovationsbereich an. Bei der Finanzierung der Massnahmen für die Fachhochschulen sollen aber die benötigten Mittel um 200 Millionen Franken gestrichen werden. Dies heisse aber, dass den Fachhochschulen ein Wachstum von nur 0,2 Prozent zugestanden würde, sagte Berclaz. (dapd)

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