Basel: Run auf kantonales Energieprogramm
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BaselRun auf kantonales Energieprogramm

Das baselstädtische Gebäude-Gesamtsanierungsprogramm kommt bei Eigentümern an und bringt gewünschte Energieeinsparungen: Innert knapp zwei Jahren wurden 420 Gebäude saniert; Analysen von acht sanierten Gebäuden haben nun weitgehend erreichte Ziele belegt.

Das neue kantonale Energiegesetz gilt seit Anfang 2009, die revidierte Verordnung dazu seit Februar. 900 Eigentümer haben im Rahmen des Gesamtsanierungsprogrammes ihre Häuser abschätzen lassen; 420 Bauten wurden oder werden gerade saniert. Wegen des Ansturms hat die Regierung zweimal den Subventionstopf nachgefüllt.

Unter dem Strich sind inzwischen 19,2 Mio. Fr. für das Programm ausgegeben oder reserviert worden, wie Jürg Hofer, Leiter des Amtes für Umwelt und Energie (AUE), am Donnerstag vor den Medien ausführte. Gerechnet hatte man ursprünglich mit 12 Mio. für 200 Gebäude. Damit war die Zeit gekommen für eine Erfolgskontrolle.

Unschärfen

Der Kanton beauftragte eine Spezialfirma, den Energieverbrauch vor und nach der Sanierung bei acht Gebäuden zu untersuchen. Bei einem fehlten Vergleichsdaten; es liege heute jedoch auf Neubau- Niveau. Bei den sieben anderen Gebäuden sank der Energieverbrauch im Durchschnitt um 64 Prozent; das Maximum lag bei 78 Prozent.

Nach der Sanierung lag der effektive Energieverbrauch allerdings um etwa fünf Prozent über dem Zielwert. Die erklärte Hofer damit, dass die SIA-Baunorm von Raumtemperaturen von 20 Grad ausgehe, die Leute aber lieber 21 Grad hätten. Zudem werde im Frühling etwas länger geheizt als erwartet.

Als Verschwendungsfaktor nach erfolgter Gebäudehüllen-Sanierung identifizierte man ferner alte Heizkessel: Diese seien oft für den gesenkten Heizbedarf zu gross, erklärte Hofer weiter; so würde der Warmwasserverbrauch zu gross und entstünden Stillstands-Verluste. Mann solle sie also baldmöglichst durch kleinere ersetzen.

Gratis-Energiesparen

Gesetzliche und technische Massnahmen zum Energiesparen seien zwar wichtige und wirksame Schritte gegen Klimakollaps und Energielücke. Auch die Bevölkerung könne selber viel tun, vor allem mit richtigem Lüften und Abschattieren von Wohnungen und Büros - ein dauernd offenes Kippfenster etwa koste 200 Liter Heizöl pro Heizperiode.

Chrisoph Brutschin, Vorsteher des Departementes für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, räumte ein, dass mitunter der Denkmalschutz optimalen Sanierungen im Weg stehe. Immer bessere Technik entschärfe jedoch diesen Zielkonflikt. Anderen Vorschriften - etwa zu Baulinien und -kuben - gehe das Energiesparen sogar vor. (sda)

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