Aktualisiert 19.12.2006 22:59

Run auf Pfeffersprays – aber Polizei warnt vor Gefahren

Meldungen über aggressive Jugendliche führen zu einem Run auf Pfeffersprays. Die Polizei warnt aber vor fahrlässigem Einsatz des Sprays.

Nach einer Reihe von grundlosen Attacken auf Jugendliche und Raubüberfällen auf Senioren ist die Nachfrage nach Pfeffersprays stark angestiegen. Dies bestätigt auch Heinz Stricker, Mitinhaber vom St. Galler Waffen- und Securityshop Shooter's: «Wir haben seit März über 500 Dosen verkauft», sagt Stricker.

Erstaunlicherweise ist die Kundschaft breit gefächert: «Kunden sind einerseits Jugendliche – kürzlich hatten wir aber auch mehrere über 70-Jährige», sagt Stricker. «Der Umgang mit einem solchen Spray erfordert aber Übung und den richtigen Einsatz im Ernstfall», sagt er. Deshalb konnte man letzten Sonntag vor dem Laden gratis ausprobieren, wie man mit dem Pfefferspray richtig umgeht: «Die Resonanz war überwältigend», sagt Stricker.

Laut Hans Eggenberger, Sprecher der St. Galler Kantonspolizei, ist die Anwendung eines Pfeffersprays keinesfalls risikolos: «Jede Waffe ist gleichzeitig Schutz und Gefahr.» Besonders ältere Leute können gemäss Eggenberger den Spray versehentlich gegen sich selbst richten und sich gefährden. Besonders perfid: «Es ist in letzter Zeit mehrmals vorgekommen, dass gewaltbereite Jugendliche Pfeffersprays gezielt als Angriffswaffe eingesetzt haben», so Eggenberger.

Tobias Bolzern

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