Aktualisiert 03.12.2008 10:20

Oh, du fröhliche ...

Run auf Schweizer Weihnachtsbäume

Immer mehr Schweizer schmücken ihre Stube mit Weihnachtsbäumen aus heimischen Gefilden. Die Nachfrage hat - dank umweltbewussteren Konsumenten -sich in den letzten zehn Jahren auf rund 400 000 Stück pro Jahr verdoppelt.

«Das Bedürfnis, einen Christbaum vor Ort zu kaufen, nimmt ganz klar zu», sagt Anton Burkart, Leiter Versuchsgarten der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Für Burkart lässt sich dieser Trend insbesondere auf ein stärkeres Umweltbewusstsein der Konsumenten zurückführen. Der Kauf eines Baumes im nahen Wald sei für viele zudem ein gesellschaftliches Erlebnis, häufig würden den Tannenkäufern auch warme Speisen und Getränke angeboten. So habe sich der Kauf eines Weihnachtsbaums zu einem eigentlichen Weihnachtsritual entwickelt.

Hinzu komme, dass die Preise für Schweizer Weihnachtstannen konkurrenzfähig geworden seien. «Die Preise haben sich jenen von importierten Bäumen angepasst», sagt Burkart. Ein Meter Nordmanntanne koste zwischen 40 und 45 Franken, ein Meter Fichte rund 20 Franken.

Es sind Bauern, Gärtnereien, Forstbetriebe und auch Private, welche die Nachfrage nach Schweizer Weihnachtsgrün zu etwa gleichen Teilen befriedigen. Der Anbau von Christbäumen wird schweizweit betrieben - allerdings nur unterhalb von 700 Metern.

Eine Million Weihnachtsbäume

Zusammen mit den importierten Bäumen werden in der Schweiz insgesamt sogar über eine Million Weihnachtstannen pro Jahr gekauft. Dabei sind es nicht nur die langen Transportwege der Bäume aus Dänemark, Deutschland und Osteuropa, welche den immer umweltbewussteren Konsumenten ein Dorn im Auge sind.

Die importierten Bäume werden zudem häufig auf Plantagen gezogen, gedüngt und mit Insektiziden behandelt, wie Urs Tester, Abteilungsleiter Biotope und Arten von der Umweltschutzorganisation Pro Natura, bestätigt. In der Schweiz ist der Einsatz solcher Mittel im Wald verboten. Tester empfiehlt daher, eine einheimische Tanne aus einem nahe gelegenen Wald zu kaufen.

«Gerade die Fichte ist ein sehr schöner einheimischer Baum, der sich sehr gut als Weihnachtsbaum eignet», sagt Tester. Dagegen sei die häufig als Christbaum verwendete Nordmanntanne beispielsweise kein einheimischer Baum, und daher nicht gut für die Umwelt. Denn der vermehrte Anbau von exotischen Bäumen berge die Gefahr, dass das ökologische System verändert werde.

(sda)

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