Aktualisiert 16.06.2011 20:16

Maur ZH Rund eine halbe Million Franken veruntreut

Ein holländischer Finanzunternehmer aus Maur hat ein betagtes Ehepaar um rund eine halbe Million Franken geprellt. Dank eines umfangreichen Geständnisses kam er glimpflich davon.

von
Attila Szenogrady

Das Bezirksgericht Zürich machte mit dem heute 64-jährigen Beschuldigten aus Maur im wahrsten Sinne des Wortes einen kurzen Prozess. So hatte der gescheiterte Finanzunternehmer bereits in der Untersuchung alle Vorwürfe zugegeben und die Schuldpunkte der Veruntreuung, Misswirtschaft sowie Unterlassung der Buchführung ohne Wenn und Aber akzeptiert. Was nach dem neuen Prozessrecht ein so genanntes abgekürztes Verfahren ohne Befragung oder Plädoyers ermöglichte.

Ehepaar um eine halbe Million Franken gebracht

Die Anklageschrift ging auf den Februar 1992 zurück. Damals führte der holländische Angeschuldigte ein Finanzunternehmen und trat gegen aussen als versierter Vermögensverwalter auf. Zu seinen Kunden gehörte auch ein Ehepaar aus den Niederlanden. Es vertraute dem Zürcher Oberländer Geldbeträge und Wertschriften für über 450 000 Euro an. Wobei der Angeklagte den Geschädigten auf UBS-Konten eine grundsätzlich konservative Anlagestrategie in Aussicht stellte.

Ende 2002 kam aber alles anders. Infolge der IT-Krise verlor der Unternehmer in kurzer Zeit hohe Geldbeträge und geriet in massive finanzielle Engpässe. Mit der Folge, dass er die UBS-Konten des Ehepaares heimlich leerte und rund eine halbe Million Franken für sich abzweigte. Womit er nicht nur private Schulden beglich, sondern auch einen Teil in hochriskante Geschäfte investierte und alles verlor. Als die Firma im Oktober 2005 in den Konkurs schlitterte, flog alles auf.

Verurteilt und 20 Millionen Franken Schulden

Dank des umfassenden Geständnisses kam der Angeklagte trotz des beachtlich hohen Deliktsbetrags mit einem blauen Auge davon. Er erhielt wie von den Parteien vereinbart eine bedingte Freiheitsstrafe von 16 Monaten sowie eine Busse von 1 100 Franken. Zudem wurde er verpflichtet, den geschädigten Eheleuten rund 433 000 Euro zurückzuzahlen.

Ob er dazu in der Lage sein wird, ist jedoch mehr als fraglich. So gab der Angeklagte vor den Schranken an, dass er heute einem Schuldenberg von rund 20 Millionen Franken gegenübersteht.

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