Rücktritt der Postchefin: «Ruoffs Entscheid lässt aufhorchen»
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Rücktritt der Postchefin«Ruoffs Entscheid lässt aufhorchen»

Die Postchefin Susanne Ruoff ist per sofort zurückgetreten. Für einige Politiker kommt der Entscheid überraschend.

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bus/woz
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Post-Chefin Susanne Ruoff tritt von ihrem Amt zurück. Hintergrund ist der Skandal um Preismauscheleien bei der Postauto-Tochter.

Post-Chefin Susanne Ruoff tritt von ihrem Amt zurück. Hintergrund ist der Skandal um Preismauscheleien bei der Postauto-Tochter.

Keystone/Marcel Bieri
Ruoff wurde nach Bekanntwerden des Skandals massiv bedroht.

Ruoff wurde nach Bekanntwerden des Skandals massiv bedroht.

Keystone/Peter Schneider
Hintergrund ist der Postauto-Skandal: Die Post-Tochter hat zwischen 2007 und 2015 zu hohe Gewinne im Busverkehr erzielt und in andere Geschäftsfelder umgebucht.

Hintergrund ist der Postauto-Skandal: Die Post-Tochter hat zwischen 2007 und 2015 zu hohe Gewinne im Busverkehr erzielt und in andere Geschäftsfelder umgebucht.

Keystone/Peter Schneider

Noch bevor die Post die Untersuchungsergebnisse zum Postautoskandal publiziert hat, ist Chefin Susanne Ruoff zurückgetreten. Edith Graf-Litscher (SP/TG), die Präsidentin der nationalrätlichen Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, sagte am Abend, für sie sei nicht der Rücktritt Ruoffs ausschlaggebend. Die Affäre sei noch lange nicht abgeschlossen. Massgeblich seien der Bericht der von der Post eingeleiteten Untersuchung und später die Untersuchungsergebnisse des Bundesamts für Polizei (fedpol).

Für FDP-Nationalrat Kurt Fluri kommt der Rücktritt überraschend: «Aufgrund der bisher bekannten Fakten stand sie nicht speziell unter Druck. Ruoffs Erklärungen nach Bekanntwerden des Postauto-Skandals waren nachvollziehbar.»

«Der überraschende Entscheid von Frau Ruoff lässt aufhorchen», sagt Regula Rytz, Präsidentin der Grünen. Der Rücktritt zeige, dass die Postchefin den Inhalt des Untersuchungsberichts als gravierend und brisant einschätze. «Es verdient aber auch Anerkennung, dass sie die volle Verantwortung übernimmt und der Post so einen Neuanfang ermöglicht», so Rytz.

Seit 2012 bei der Post

Die 60-jährige Managerin Ruoff übernahm Ende 2012 die Leitung der Post mit ihren rund 60'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unter ihrer Ägide kam es zu Poststellenschliessungen und zur Überführung von Postdienstleistungen in Agenturen. Der Prozess läuft weiter.

Ruoff stiess von British Telecom Schweiz, wo sie Konzernchefin war, zur Post. Sie folgte auf Jürg Bucher. Zuvor hatte Ruoff in diversen multinationalen Unternehmen gearbeitet. Bei ihrer Berufung lobte die Post besonders ihre Kenntnisse der digitalen Welt, denn die Postkunden würden vermehrt nach elektronischen Dienstleistungen verlangen.

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