Russe in U-Haft
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Russe in U-Haft

Der Russe (Bild), der dringend verdächtigt wird, am Dienstag einen Fluglotsen erstochen zu haben, befindet sich in Untersuchungshaft.

Die Familie sowie Arbeitskollegen und Freunde haben am Freitagnachmittag an einem Gottesdienst in der katholischen Kirche Kloten vom getöteten Fluglotsen Abschied genommen.

Bundesrat Moritz Leuenberger sprach der Familie in einem Kondolenzbrief sein Beileid aus, bestätigte seine Sprecherin Catherine Bellini eine Meldung des «Blick» vom Freitag. Über den Inhalt äusserte sie sich nicht.

Der am frühen Mittwochabend wegen Mordverdachts verhaftete 48-jährige Russe befindet sich in Untersuchungshaft. Der Haftrichter gab dem Antrag der Bezirksanwaltschaft V für Gewaltdelikte des Kantons Zürich gemäss Communiqué am Freitag statt. Angaben zum Stand der Ermittlungen wurden keine gemacht.

Der Verhaftet wird verdächtigt, am Dienstagabend - vermutlich aus Rache - einen 36-jährigen Dänen an seinem Wohnort erstochen zu haben. Der Skyguide-Lotse hatte beim Flugzeugunglück vom 1. Juli 2002 bei Überlingen am Radar gesessen. Der in einem Hotel in der Nähe des Tatorts verhaftete Russe hatte beim Absturz seine Frau und zwei Kinder verloren.

Familie in Spanien erwartet

Gemäss russischen Medien hatte der Verhaftete damals als Architekt in Barcelona gearbeitet. Die 44-jährige Frau, der 10- jährige Sohn und die 4-jährige Tochter wollten zu ihm fliegen, um gemeinsam Ferien zu machen. Die Familie stamme nicht wie die anderen Opfer aus Ufa in Baschkirien, sondern aus Wladikawkas in Nord-Ossetien.

Ein zweiter Mann, der gemäss russischen Medien beim Absturz ebenfalls eine Frau und zwei Kinder verlor, wies den Mordverdacht am Freitag zurück. Er sei die ganze Zeit in Ufa seiner Arbeit nachgegangen, erklärte er gegenüber der Agentur «Itar-Tass».

Deutscher Anwalt für Strafverteidigung bereit

Der deutsche Anwalt Gerrit Wilmans ist bereit, den Verhafteten in einem allfälligen Strafverfahren zu verteidigen. Der Russe ist bereits sein Mandant im Verfahren mit Skyguide um Entschädigungen.

«Wir haben seit der Tat am Dienstag noch keinen Kontakt mit dem Mann gehabt», sagte der Hamburger Anwalt Wilmans am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Wenn er es wünsche, werde man ihn vertreten. Allenfalls werde man einen Korrespondenzanwalt in der Schweiz beiziehen. (dapd)

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