Ukraine-Konflikt – Russen ärgern sich gewaltig über Beitrag von SRF-Journalist
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Ukraine-KonfliktRussen ärgern sich gewaltig über Beitrag von SRF-Journalist

Bei einer Schalte mit dem Russland-Korrespondenten von Radio SRF äusserte dieser den Verdacht, dass das Land sich auf einen Einmarsch in die Ukraine vorbereite. Moskau reagierte prompt und aussergewöhnlich scharf.

von
Patrick McEvily
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David Nauer berichtet für Radio SRF aus Russland. Mit seiner Einschätzung, wonach das Land sich auf einen Krieg mit der Ukraine vorbereite, zog er nun den Ärger Moskaus auf sich.

David Nauer berichtet für Radio SRF aus Russland. Mit seiner Einschätzung, wonach das Land sich auf einen Krieg mit der Ukraine vorbereite, zog er nun den Ärger Moskaus auf sich.

Screenshot/Twitter
Stein des Anstosses sind die Truppenzusammenzüge der russischen Armee an der Grenze zur Ukraine. Rund 100’000 Mann stehen dort laut US-Geheimdienstberichten bereit.

Stein des Anstosses sind die Truppenzusammenzüge der russischen Armee an der Grenze zur Ukraine. Rund 100’000 Mann stehen dort laut US-Geheimdienstberichten bereit.

Maxar Technologies / Reuters
Aus dem Kreml, dem russischen Regierungssitz in Moskau, heisst es aber, die Truppen seien nur zu Verteidigungszwecken dort.

Aus dem Kreml, dem russischen Regierungssitz in Moskau, heisst es aber, die Truppen seien nur zu Verteidigungszwecken dort.

AFP

Darum gehts

  • Russland beschwert sich auf diplomatischer Ebene über einen SRF-Bericht.

  • Radio-Journalist David Nauer hatte in einer Schalte erwähnt, dass die Zeichen im Ukraine-Konflikt auf Krieg stünden.

  • Daraufhin kanzelte ihn das russische Aussenministerium in einem öffentlichen Bericht ab.

Der Konflikt zwischen Russland und dem Westen über einen möglichen Einmarsch der Grossmacht in die Ukraine schwelt weiter. Am Mittwoch erklärt der ehemalige Top-Boxer und heutige Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, im Interview mit 20 Minuten, dass er eine Invasion für möglich hält. Derweil versuchen die europäischen Staaten weiterhin, eine Lösung für die Beendigung der Spannungen zu finden.

Nun bekommen aber auch ausländische Medienschaffende in Russland den zunehmenden Druck der Regierung zu spüren. Bei einer Online-Schalte mit dem Russland-Korrespondenten von Radio SRF, David Nauer, berichtete dieser über den russischen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine. 100’000 Mann seien dort stationiert worden. «Man hat den Eindruck, dass sich Russland auf einen Krieg vorbereitet», sagte Radio-Mann Nauer nebenbei.

Russisches Aussenministerium schaltet sich ein

Der Kurzbeitrag löste ein grosses Echo in Russland aus, wie nau.ch berichtet. Die russische Regierung nannte den Beitrag in einem öffentlichen Bericht des Aussenministeriums «antirussisch» und «unprofessionell». Der betroffene Journalist, der langjährige SRF-Mitarbeiter David Nauer, sei ein «Schweizer Genie der Videomontage» hiess es darin sarkastisch. Verschiedene Videoaufnahmen seien aus dem Kontext gerissen worden, um Russland in einem schlechten Licht darzustellen. Tatsächlich seien die Truppen im Rahmen einer Verteidigungsübung vor Ort. US-Geheimdienste hatten vergangene Woche jedoch belegt, dass es sich um Offensiv-Truppen des russischen Militärs handelt. Gemäss SRF hätten die russischen Behörden sich nicht beim Sender gemeldet. Selbiges erklärt auch das Schweizerische Aussendepartement EDA. 

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