Russen-Bomber provozieren US-Marine
Aktualisiert

Russen-Bomber provozieren US-Marine

Zwei russische Kampfflugzeuge sind bei einer Übung im Pazifik der US-Marine gefährlich nahe gekommen. Die Amerikaner hatten die Finger schon am Abzug, um die Bomber am Anflug zu hindern.

Die US-Streitkräfte hätten am Mittwoch während der Marine-Übung zwei russische Flugzeuge vom Typ TU-95 entdeckt, als diese sich aus südlicher Richtung der Pazifikinsel Guam näherten, teilte das Pentagon am Donnerstag (Ortszeit) mit.

«Die US-Streitkräfte waren bereit, die Bomber abzufangen, aber diese kamen nie nahe genug an ein Schiff der Navy oder an Guam heran, um ein Luftabfangmanöver zu rechtfertigen», sagte Ministeriumssprecher Chito Peppler. Guam ist die grösste und südlichste Insel der Marianen im westlichen Pazifik. Sie gehört als nicht inkorporiertes Territorium zu den USA.

Ein weiterer Pentagon-Vertreter, der anonym bleiben wollte, sagte, insgesamt seien vier russische Kampfflugzeuge gesichtet worden. Nur zwei davon hätten sich der Insel genähert. An der Übung «Vigilant Shield» der US-Marine hatten rund 20 000 Soldaten in Luft-See-Kampfgruppen mit drei Flugzeugträgern teilgenommen.

Zwischenfälle zwischen Kampfflugzeugen der USA und Russlands über dem Pazifik oder dem Nordatlantik kamen zu Zeiten des Kalten Krieges häufig vor, sind inzwischen jedoch selten.

Georgien hatte Russland Anfang dieser Woche vorgeworfen, russische Kampfflugzeuge hätten eine Rakete auf sein Territorium abgefeuert. Moskau wies dies zurück. Der Vorfall hatte sich rund 60 Kilometer westlich von Tiflis in unmittelbarer Nähe der abtrünnigen pro-russischen Region Südossetien ereignet. (sda)

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