Anti-Kriegs-Demo – «Russen gegen Putin» gehen in Prag auf die Strasse

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Anti-Kriegs-Demo«Russen gegen Putin» gehen in Prag auf die Strasse

In Tschechien lebende Russen haben auf einer Demonstration in Prag gegen den Ukraine-Krieg protestiert.

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Rund 3000 Menschen nahmen an der Aktion unter dem Motto «Russen gegen Putin» in Prag teil. 

Rund 3000 Menschen nahmen an der Aktion unter dem Motto «Russen gegen Putin» in Prag teil. 

Anton Litvin
Die Veranstalter wollen aufzeigen, dass bei weitem nicht alle Russinnen und Russen Putins Krieg befürworten.

Die Veranstalter wollen aufzeigen, dass bei weitem nicht alle Russinnen und Russen Putins Krieg befürworten.

Screenshot Twitter, Petr Kutilek
Die Demonstrierenden versammelten sich am Samstag auf dem Prager Friedensplatz. 

Die Demonstrierenden versammelten sich am Samstag auf dem Prager Friedensplatz. 

IMAGO/CTK Photo

Darum gehts

  • Russinnen und Russen demonstrierten am Samstag in Prag gegen den Ukraine-Krieg.

  • Nicht alle Russen seien heimliche Unterstützer Putins, schrieben die Veranstalter auf Facebook.

  • Mehr als 45’000 Russinnen und Russen leben in Tschechien.

Rund 3000 Menschen haben am Samstag in Prag unter dem Motto «Russen gegen Putin» gegen den Krieg in der Ukraine und den russischen Machthaber demonstriert. Dabei riefen sie Parolen wie «Nein zum Krieg!» und «Nein zu Putin», «Wir sind mit der Ukraine» und «Wir sind mit der Tschechischen Republik und der ganzen Welt gegen die russische Aggression».

Die Organisatoren der russischen Anti-Kriegs-Komitees in Prag erklärten, die Kundgebung solle russischen Bürgerinnen und Bürgern eine Gelegenheit geben, ihre Ablehnung des Kriegs in der Ukraine zu zeigen. Auf Transparenten standen Sprüche wie «Stoppt Putin», «Rettet die Welt», «Putin ist nicht Russland». Auf anderen wurde der russische Präsident als «Killer» bezeichnet. 

Der in London lebende frühere Oligarch Michail Chodorkowski, der von Putin für zehn Jahre inhaftiert wurde und ein prominenter Gegner des Machthabers ist, teilte ein Bild der Demonstration auf Twitter.

Nach Angaben der Ausländerpolizei lebten zum Jahresende 2021 mehr als 45’000 Russinnen und Russen in Tschechien. Sie zählten damit zu den grössten ausländischen Minderheiten – gleich nach Ukrainerinnen und Ukrainern, Slowakinnen und Slowaken sowie Vietnamesinnen und Vietnamesen.

«Strasse der ukrainischen Helden»

In Prag gibt es zahlreiche russische Geschäfte, die nun demonstrativ eine ukrainische Fahne aushängen oder sich sogar in der Hilfe für Geflüchteten engagieren. Derweil wurde ein Eingang der russischen Botschaft im Diplomatenviertel Prag-Bubenec nach einem Bericht der Zeitung «MF Dnes» mit blutroter Farbe beschmiert. Die Farbe stehe nach Darstellung der beteiligten Aktivisten für das Blut der unschuldigen Opfer der russischen Aggression in der Ukraine. Die Polizei ermittelt wegen einer Ordnungswidrigkeit. Am Vortag hatte die Stadtverwaltung angekündigt, die Allee vor der russischen Botschaft in «Strasse der ukrainischen Helden» umzubenennen.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Russischen Antikriegskomitee in Prag. Auf Facebook heisst es: «Das Prager Russische Antikriegskomitee wurde am 1. März 2022 gegründet, um die Bemühungen all derer zu vereinen, die Putins Aggression gegen die Ukraine bedingungslos verurteilen.» Auch in anderen Städten wie im polnischen Krakau war es bereits zu Anti-Kriegs-Demonstrationen der russischen Bevölkerung gekommen. 

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

(dpa/fis)

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