Aktualisiert 28.07.2004 16:39

Russische Hacker erpressten britische Online-Casinos

Mit einer Flut von E-Mail-Anfragen hat eine Gruppe Hacker bei britischen Wettbüros Schäden in Höhe von umgerechnet 60,5 Millionen Euro angerichtet und anschliessend Tausende Euro erpresst.

Nach so genannten Denial-of-Service-Angriffen auf die Web-Sites der Buchmacher habe die Gruppe von insgesamt neun Büros zwischen 4.000 und 40.000 Euro gefordert, berichtete der Chefermittler des russischen Innenministeriums, Waleri Sisranzew, am Mittwoch. Nach Angaben der britischen Polizei flog der Hacker-Ring vergangene Woche auf.

Die meisten Wettbüros seien aus Angst vor negativer Publicity nicht zur Polizei gegangen, sagte ein Sprecher der Abteilung für Internetverbrechen des russischen Innenministeriums. Sisranzew erklärte, die Buchmacher seien leichte Opfer für die Hacker gewesen, da die Internet-Angriffe mit den Terminen grösserer Sportereignisse koordiniert werden konnten. Mit E-Mail-Anfragen wurden die Web-Sites der Büros dann mit Anfragen überflutet und funktionsunfähig gemacht.

In einem gemeinsamen Polizeieinsatz verfolgten britische und russische Ermittler die Spur der Gruppe in mehrere russische Städte. Die russische Polizei nahm vergangene Woche zwei Verdächtige fest und beschlagnahmte unter anderem in Moskau und St. Petersburg mehrere Computer und Software. Den Verdächtigen, Sisranzew zufolge alle im Alter von Anfang 20, drohen wegen Erpressung bis zu 15 Jahre Haft. Laut einer Erklärung des russischen Innenministeriums von Mittwoch hatten die Hacker auch Angriffe auf britische Banken unternommen. Sisranzew wollte dies jedoch nicht bestätigen. (dapd)

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