Wegen Sanktionen – Russische Oligarchen-Jets verwahrlosen auf Schweizer Flughäfen
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Wegen SanktionenRussische Oligarchen-Jets verwahrlosen auf Schweizer Flughäfen

Insgesamt acht Luxusflugzeuge sind auf den Genfer und Basler Flughäfen wegen der Schweizer Sanktionen gegen Russland blockiert. Wie weit diese Sanktionen gehen sollen und was mit den Jets passiert, ist unklar.

von
Tanya Vögeli
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Jeweils zwei Jets in Genf und sechs Luxusflieger in Basel werden momentan an den spezifischen Flughäfen blockiert.

Jeweils zwei Jets in Genf und sechs Luxusflieger in Basel werden momentan an den spezifischen Flughäfen blockiert.

Tamedia/Lucia Hunziker
Es handelt sich um gestrandete Flugzeuge von russischen Oligarchen, unter anderem von Roman Abramowitsch.

Es handelt sich um gestrandete Flugzeuge von russischen Oligarchen, unter anderem von Roman Abramowitsch.

Tamedia/Lucia Hunziker
Die Sanktionen des Westens blockieren die Flugzeuge und verbieten eine fachgerechte Wartung der Maschinen. 

Die Sanktionen des Westens blockieren die Flugzeuge und verbieten eine fachgerechte Wartung der Maschinen. 

Tamedia/Lucia Hunziker

Darum gehts 

  • Am Basler Euro-Airport und Genfer Flughafen stehen gegroundete Luxusjets russischer Oligarchen.

  • Wegen der Sanktionen können diese weder gewartet noch ausgeflogen werden.

  • Wegen der fehlenden Wartung drohen den Flugzeugen Schäden und Wertverlust.

In Genf und Basel sind derzeit mehrere Flugzeuge russischer Herkunft gegroundet. Am Basler Euro-Airport sind es rund ein halbes Dutzend Privatjets russischer Oligarchen, die aufgrund der Sanktionen der EU und der Schweiz festgesetzt wurden. Der europäische und schweizerische Luftraum ist für diese Flugzeuge gesperrt. Unter den Oligarchen-Jets in Basel ist auch eine umgebaute Boeing von Roman Abramowitsch, dem prominenten Eigentümer des Londoner Fussballclubs Chelsea.

Die Jets am Euro-Airport befinden sich zwar auf französischem Territorium, aber weil sie auf dem Schweizer Zollbereich stehen, sind sie schweizerischem Recht unterstellt, wie die «Basler Zeitung» (Bezahlartikel) berichtet. Die Flieger wurden nur blockiert. Sie wurden weder vom Staat beschlagnahmt noch enteignet, berichtet die Zeitung unter Berufung auf verschiedene Bundesbehörden. 

Die Flugzeuge sind nicht nur blockiert, auch Wartungsarbeiten dürfen an ihnen nicht durchgeführt werden. «Die Schweiz hat solche Dienstleistungen bereits verboten», erklärt Luftrechtspezialistin Regula Dettling-Ott der BaZ. In einem Artikel der Sanktionsverordnung werde ein Verbot von Wartungsarbeiten und technischen Hilfestellungen festgehalten. 

Jets drohen Schäden

«Man kann ein Jet zur Not wenige Monate auf dem Asphalt stehen lassen, das Flugzeug sollte aber regelmässig kontrolliert werden, um Probleme schnell zu entdecken», sagt Aviatik-Experte Stefano Albinati. «Ohne einen Minimalservice droht sich der Zustand des Flugzeuges sehr schnell zu verschlechtern», gibt er zu bedenken. Er spricht von einem «vergifteten Geschenk». Wenn man wegen der Sanktionen alle Wartungsarbeiten beenden müsse, könne dies finanzielle Risiken bergen.

Der Jet könne zwar als Sicherheit dienen, doch der Wertverlust sei vorhanden. Albinati kann sich vorstellen, dass die Behörden erlauben, die Jets umzuplatzieren, um den Hangarbetrieb nicht zu stören und Minimalservice, wie Lufteinlässe abzudecken, durchführen zu dürfen.  

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