Ukraine-Konflikt – Russische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Anti-Kriegs-Demonstranten vor

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Ukraine-KonfliktRussische Sicherheitskräfte gehen hart gegen Anti-Kriegs-Demonstranten vor

In mehreren russischen Städten ist es am Donnerstag zu Protesten gegen die Invasion in das Nachbarland gekommen. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen kleinere und mittlere Menschenansammlungen. Es wurden bereits 850 Festnahmen verzeichnet.

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In russischen Städten ist es am Donnerstag zu mehreren Demonstrationen gegen die Invasion in die Ukraine gekommen.

In russischen Städten ist es am Donnerstag zu mehreren Demonstrationen gegen die Invasion in die Ukraine gekommen.

AFP
In Moskau demonstrierten bereits am Donnerstagnachmittag mehrere Personen gegen die Invasion. Sie hielten Plakate mit den Worten «Nein zum Krieg! Putin, trete zurück!» hoch. 

In Moskau demonstrierten bereits am Donnerstagnachmittag mehrere Personen gegen die Invasion. Sie hielten Plakate mit den Worten «Nein zum Krieg! Putin, trete zurück!» hoch. 

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Die Demonstrierenden wurden sofort von Sicherheitskräften verhaftet.

Die Demonstrierenden wurden sofort von Sicherheitskräften verhaftet.

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Darum gehts

In mehreren russischen Städten sind am Donnerstag kleinere und mittlere Menschengruppen zusammengekommen, um gegen die Invasion der Ukraine zu demonstrieren. Bilder aus der Heimstadtstadt Wladimir Putins, Sankt Petersburg, zeigen Dutzende von Menschen, die durch die Innenstadt ziehen und gegen den Krieg demonstrieren.

Das Bürgerrechtsportal «Owd-Info» zählte bis zum frühen Donnerstagabend 167 Festnahmen in mehr als 20 russischen Städten. Am Donnerstagabend ist diese Zahl bereits auf über 850 Personen angestiegen. Die Organisation veröffentlichte im sozialen Netzwerk Telegram Fotos von Menschen, die alleine oder in kleineren Gruppen Plakate mit Solidaritätsbekundungen für die Ukraine in die Höhe hielten. Bei den Festnahmen sollen demnach auch Demonstranten geschlagen worden sein.

Videoaufnahmen vom Donnerstagabend aus der Hauptstadt Moskau zeigen mehrere Menschenmengen die sich im Verlauf des Tages und des Abends an verschiedenen Punkten der der Millionenmetropole versammelten, um gegen die Invasion zu demonstrieren.

In den sozialen Netzwerken sind zudem Bilder und Videoaufnahmen aus anderen Städten wie Novosibirsk, im fernen Osten des Landes, aufgetaucht. Dort war es bereits im vergangenen Jahr zu grossen Protesten rund um die Verhaftung des Oppositionsführers Alexei Nawalny gekommen.

Behörden drohen mit strengen Strafen für Demonstrierende

Russische Behörden haben die Menschen im eigenen Land angesichts des Einmarsches in die Ukraine vor Protestaktionen gewarnt. «Aufgrund der angespannten aussenpolitischen Lage» werde in sozialen Netzwerken zu nicht genehmigten Kundgebungen aufgerufen, teilten Ermittlungskomitee, Innenministerium und Moskaus Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Das Innenministerium drohte mit Festnahmen. Russische Sicherheitskräfte sind bekannt dafür, oft mit Härte gegen oppositionelle Demonstranten vorzugehen. Zunächst gab es allerdings keine grösseren Protestaktionen. 

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(DPA/pme)

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