Sanktionen - Russische Staatsbahn kann Darlehen in Schweizer Franken nicht zurückzahlen

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SanktionenRussische Staatsbahn kann Darlehen in Schweizer Franken nicht zurückzahlen

Mit der russischen Staatsbahn sowie dem Diamantenhersteller Alrosa bedienen erste russische Firmen ihre Darlehen nicht mehr. Derweil versichert Kreml-Sprecher Peskow, dass Russland die notwendigen Finanzmittel hat, und verweist auf technische Gründe.

von
Benedikt Hollenstein
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Die Sanktionen gegen russische Betriebe machen sich bemerkbar.

Die Sanktionen gegen russische Betriebe machen sich bemerkbar.

AFP
So verpasste die russische Staatsbahn erstmals eine Zinszahlung, die am 14. März fällig gewesen wäre.

So verpasste die russische Staatsbahn erstmals eine Zinszahlung, die am 14. März fällig gewesen wäre.

REUTERS
Das meldet das Börsenaufsichtsunternehmen SIX Swiss Exchange.

Das meldet das Börsenaufsichtsunternehmen SIX Swiss Exchange.

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Darum gehts

Die vom Westen verhängten Sanktionen gegen die russische Wirtschaft zeigen erste Resultate: Am Montag registrierte das EMEA Credit Derivatives Determinations Committee ein Zahlungsversäumnis bei einer Anleihe der russischen Staatsbahn. Es handelt sich um ein Darlehen in der Höhe von 250 Millionen Franken, das 2026 fällig ist. Am 14. März wäre nun eine Zinszahlung fällig gewesen – die Bahn meldete aber «aufgrund rechtlicher und regulatorischer Verpflichtungen innerhalb des Korrespondenzbankennetzes» Probleme, wie die Börsenaufsicht SIX Swiss Exchange in einer Mitteilung schreibt.

Zahlungswürdigkeit herabgestuft

Peskow erklärt derweil, Russland habe weiterhin alles, um seine Verpflichtungen zu erfüllen. «Es kann nur eine technische, von Menschen verursachte Zahlungsunfähigkeit geben», wird der Kreml-Sprecher vom «Standard» zitiert. Objektive Gründe für einen solchen Ausfall gebe es nicht. Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Zahlungswürdigkeit Russlands derweil auf «selective default» abgestuft, die Kategorie bezeichnet einen teilweisen Zahlungsausfall.

Auch die russische Unternehmensgruppe Alrosa, einer der grössten Diamantenproduzenten der Welt, kann eine Zinszahlung in Höhe von 11,6 Millionen Dollar (rund 10,8 Millionen Franken) nicht begleichen. Grund für den Zahlungsausfall seien die gegen das Unternehmen verhängten Sanktionen, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax am Montag berichtete. Grossbritannien sanktionierte die Gruppe bereits am 24. März, vergangene Woche folgte das US-Finanzministerium.

Die Auswirkungen dieser Sanktionen machten die Tilgung der Schulden «technisch unmöglich», obwohl die finanziellen Mittel zur Verfügung stünden, erklärte Alrosa gegenüber Interfax. Ob die Unternehmensgruppe die Zinszahlung für einen 2024 fälligen Kredit in Rubel leistet oder keinerlei Rückzahlung stattfindet, blieb zunächst unklar. Fällig geworden war die Zahlung bereits am Samstag. Laut Interfax werden Raten, die am Wochenende fällig werden, jedoch auf den nächsten Arbeitstag verschoben.  

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