Aktualisiert 10.01.2016 18:44

Liveleak

Russische Tampons und Verfolgungsjagden

Die unzensierteste Video-Plattform der Welt feiert Geburtstag. Zum Jubiläum von Liveleak präsentieren wir zehn Fakten zur umstrittenen Homepage.

von
Andreas Hauri

1. Das Konzept

Ähnlich wie Youtube können User Liveleak dazu benutzen, Videos online zu stellen. Da Liveleak aber weit weniger restriktiv ist, finden sich dort unzählige Inhalte, die auf anderen Portalen kaum gezeigt werden. Zum Beispiel: Chinesische Mopedfahrer, die einen Ladendieb vermöbeln, Verfolgungsjagden der Polizei oder der Angriff eines Bären auf einen Pfadfinder.

2. Die Geschichte

Das in Grossbritannien ansässige Video-Portal wurde als Nachfolger von «Ogrish» 2006 gegründet. Ogrish.com, eine Schocker-Seite mit Videos, in denen Gewaltakte und Tötung gezeigt wurden, sollte durch den Launch von Liveleak nicht nur einen neuen Anstrich bekommen, sondern auch etwas aus der Schmuddel-Ecke des Internets hervortreten. Fast vier Millionen Nutzer besuchen Liveleak nun täglich laut einer Schätzung von Worthofweb.com.

3. Die Gründer

Der einzig bekannte Mitbegründer von Liveleak ist Hayden Hewitt. Der Engländer bezeichnet sich auf seinem Twitter-Account als «rüpelhafte Dumpfbacke» und «Agent der Illuminati». Der Rest der Gründer oder auch die Eigentümer von Liveleak bleiben lieber anonym.

4. Der Slogan

«Medien neu definieren», so die Zauberformel der Video-Plattform. In den letzten Jahren setzte das Portal vermehrt auch auf News-Inhalte, vorwiegend aus dem Nahen Osten und Afrika. Darunter finden sich auch viele Geisel-Videos und kriegerische Auseinandersetzungen.

5. Die beliebtesten Videos

Unter der Rubrik «Beliebteste Videos aller Zeiten» findet sich nebst einer russischen Tampon-Werbung auch ein deutsches Flugzeug wieder, das aufgrund des stürmischen Wetters Mühe mit der Landung hatte.

6. Die Channels

Ob Videos vom Bürgerkrieg aus Syrien, Umwelt-Themen oder Blödel-Videos von Unfällen: Als User steht einem eine schier unübersichtliche Anzahl an Clips aus den wildesten Ecken des Internets zur Verfügung. Tendenziös und ungefiltert.

7. «Your Say»

«Your Say» ist ein Bestandteil von Liveleak, der es Benutzern ermöglicht, unzensiert selbst erstellte Videos hochzuladen. Autoren besprechen darin aktuelle Nachrichten, meist zugespitzt mit starker politischer Ausrichtung.

8. Die «LiveLeak»-User

Die Umfrageergebnisse der 10'625 Liveleak-User zeigen, dass ein Viertel der User mehr Interaktion möchte. Ein eigenes Forum, um Video-Beiträge zu diskutieren, besteht bereits. Ein weiteres Viertel wünscht sich mehr Videos aus Konfliktgebieten, andere wiederum möchten einfach nur Menschen sehen, die sich verletzen oder verunfallen.

9. Kontroverse

2006 machte das Portal erstmals mit der Veröffentlichung eines Videos der Exekution Saddam Husseins weltweit auf sich aufmerksam, millionenfach wurde das Video angesehen.

10. Kritik

Internetseiten regulieren ihre Inhalte weitestgehend selbst. Dass sich das Geschäftsmodell von Liveleak am äusseren Rand der Meinungsfreiheit tummelt, zeigen die in der Vergangenheit kontrovers geführten Debatten um das Portal. Ein Handy-Video, das elf- und zwölfjährige Kinder beim Kämpfen zeigte, sorgte 2007 in Grossbritannien für Furore. Geschmacklos ja, aber illegal? Gründer Hewitt zwingt seine Kritiker mit dem immer gleichen Spruch in die Knie: «Natürlich ist das schlimm. Aber alles, was da passiert, ist nun mal aus dem echten Leben. Und wenn es so passiert, dann zeigen wir es.»

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