Aktualisiert 20.10.2006 17:52

Russischer Albtraum: Hingis/Bacsinszky out

Die Halbfinals beim WTA-Turnier von Zürich finden ohne Schweizer Beteiligung statt: In den Viertelfinals von Freitag scheiterten sowohl Martina Hingis (1:6, 6:1, 3:6 gegen Swetlana Kusnezowa) wie auch Tamea Bacsinszky (4:6, 3:6 gegen Maria Scharapowa) an einer Russin.

Die Schlussphase des Zurich Open geht ohne Schweizer Beteiligung über die Bühne. Martina Hingis unterlag in ihrem «Achterbahn-Viertelfinal» der Russin Swetlana Kusnezowa (WTA 4) in 96 Minuten 1:6, 6:1, 3:6.

Der erste Satz war ein Monolog der 21-jährigen Russin, die andeutete, wieso sie auch die Nummer 1 sein könnte. Mit einem Feuerwerk an Gewinnschlägen liess sie Hingis keine Chance, die Schweizerin war tempomässig immer wieder überfordert. Ab dem zweiten Satz zeigte Kusnezowa dann aber auch, wieso sie noch nicht ganz oben steht. Sie wurde von der völlig anders aufspielenden, viel häufiger ans Netz vorrückenden Hingis, ein ums andere Mal überrascht und verlor ihre zuvor traumwandlerische Sicherheit. Ein frühes Break im Entscheidungssatz brachte sie aber wieder auf Kurs, bis zum Matchende war sie ausser im letzten Game - vier Punktgewinne in Serie nach 0:30-Rückstand - nicht mehr gefährdet. Für Hingis, die damit erstmals nach sieben Jahren in der Schweiz wieder eine Partie verlor, bestätigte sich damit ein Trend: Wenn sie den ersten Satz verliert, schafft sie nur selten noch die Wende, dies ist ihr heuer nur dreimal gelungen.

Kusnezowa steht nun im 13. Halbfinal des Jahres: Sie trifft auf Daniela Hantuchova, die ihrerseits vom Forfait der Weltranglisten-Ersten Amélie Mauresmo profitiert hatte und am Mittwoch spielfrei war. Den zweiten Halbfinal bestreiten Maria Scharapowa (Russ/2) und Katarina Srebotnik (Sln, WTA 24).

Auch Bacsinszky ausgeschieden

Das Zurich Open ist für Timea Bacsinszky zu Ende. Die 17-jährige Waadtländerin unterlag der Weltranglisten-Dritten Maria Scharapowa aber erst nach einer höchst achtbaren Leistung in 84 Minuten 4:6, 3:6. Bacsinszky spielte vom ersten Ballwechsel an frei jeglicher Angst, schon im ersten Game düpierte sie die US-Open-Championne mit dem ersten von vielen unerreichbaren Stopbällen. Der Unterschied von 171 Weltranglisten-Plätzen war ebenso wenig ersichtlich wie derjenige von mehr als 7,7 Millionen US-Dollar Preisgeld.

Bacsinszky kassierte zwar schon im ersten Game das letztlich satzentscheidende Break, konnte dann aber zur grossen Freude des zahlreichen Publikums die konzentriert wie stets spielende Scharapowa oft aus der Reserve locken. Bei 3:5, 0:40 wehrte sie drei Satzbälle brillant ab, ehe Scharapowa den Satz beendete.

Scharapowa schien dann nach zwei Breaks bis zum 4:1 auf dem direkten Weg in den 11. Halbfinal im 13. Saisonturnier, aber die Qualifikantin steckte nicht auf. Bacsinszky kam bis auf 3:4 heran, anschliessend beendete Scharapowa die Partie aber. Halbfinalgegnerin der Finalistin von 2004 ist Katarina Srebotnik (WTA 24). Die in Dubai residierende Slowenin hatte gegen Scharapowas Freundin Maria Kirilenko überhaupt keine Probleme (6:3, 6:2).

Zurich Open, Viertelfinals: Swetlana Kusnezowa (Russ/3) s. Martina Hingis (Sz/5) 6:1, 1:6, 6:3. Maria Scharapowa (Russ/2) s. Timea Bacsinszky (Sz) 6:4, 6:3. Katarina Srebotnik (Sln) s. Maria Kirilenko (Russ) 6:3, 6:2. - Halbfinal-Tableau: Hantuchova - Kusnezowa (3); Srebotnik - Scharapowa (2).

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