Treffen mit US-Attachés - Russischer General ist über «tragische» Situation in der Ukraine «sehr deprimiert»

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Treffen mit US-AttachésRussischer General ist über «tragische» Situation in der Ukraine «sehr deprimiert»

Bei einem Treffen in Moskau zwischen russischen Militärs und Gesandten aus Washington erlebten die US-Offiziere einen emotionalen Ausbruch bei einem der russischen Generäle.  

von
Karin Leuthold
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Der russische General Yevgeny Ilyin sagte zu US-Attachés, dass er die derzeitige Situation in der Ukraine «tragisch» finde und «sehr deprimiert darüber» sei. 

Der russische General Yevgeny Ilyin sagte zu US-Attachés, dass er die derzeitige Situation in der Ukraine «tragisch» finde und «sehr deprimiert darüber» sei. 

Screenshot CNN
Beide US-Offiziere waren sehr überrascht über Ilyins Reaktion.

Beide US-Offiziere waren sehr überrascht über Ilyins Reaktion.

REUTERS
Sie hätten noch nie «einen derartigen Ausbruch eines russischen Gesprächspartners bei einem offiziellen Treffen erlebt», vermeldeten sie in einem Bericht.

Sie hätten noch nie «einen derartigen Ausbruch eines russischen Gesprächspartners bei einem offiziellen Treffen erlebt», vermeldeten sie in einem Bericht.

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Darum gehts

Vergangene Woche fand in Moskau ein seltenes persönliches Treffen zwischen russischen und US-amerikanischen Militärs statt. Wie nun aus einem Bericht des US-Militärs hervorgeht, zu dem der Nachrichtensender CNN Zugang hatte, verlor einer der russischen Attachés zum Ende des Meetings die Beherrschung und sagte den US-Offizieren, dass er die derzeitige Situation in der Ukraine «tragisch» finde und «sehr deprimiert darüber» sei. Dann habe der Russe den Raum verlassen, ohne sich von den US-Amerikanern zu verabschieden.

Es ist unklar, warum das Treffen stattfand oder unter welchen Umständen es zustande kam. Der Bericht enthält nicht die Namen der US-Attachés, dafür aber den des russischen Generalmajors: Yevgeny Ilyin ist stellvertretender Leiter der Hauptdirektion für internationale Zusammenarbeit. Ilyin verfügt nach Angaben von CNN über lange Erfahrung im Umgang mit US-Beamten.  

Reaktion des Generals als Anzeichen für Moralprobleme

Als das Treffen sich dem Ende näherte, erkundigte sich einer der US-Verteidigungsattachés «beiläufig» nach Ilyins familiären Wurzeln in der Ukraine. Darauf sei dem Armeebericht zufolge der Russe «errötet» und habe «aufgeregt gewirkt». Die US-Militärs berichteten, dass Ilyin sagte, er sei in Dnipropetrowsk geboren, bevor er mit seiner Familie nach Donezk gezogen sei, wo er zur Schule ging.

Die US-Gesandten hatten laut Bericht den Eindruck, dass sich Ilyin just in dem Moment zum Schweigen brachte. Er beschuldigte weder die USA noch die Ukraine für das Schicksal seiner Familie. Einer der Attachés vermerkte allerdings im Bericht: «Das Feuer in seinen Augen und sein aufgeregtes Auftreten liessen einen Schauer über den Rücken laufen.» Beide US-Offiziere seien sehr überrascht gewesen, heisst es weiter, denn noch nie hätten sie «einen derartigen Ausbruch eines russischen Gesprächspartners bei einem offiziellen Treffen erlebt».

Die US-Verteidigungsattachés, die an dem Treffen teilnahmen, bewerteten die Reaktion des russischen Generals als mögliches Anzeichen für Moralprobleme. «Zumindest ist klar, dass die Moralprobleme der russischen Streitkräfte nicht auf die Fronttruppen beschränkt sind», heisst es in der Zusammenfassung des Berichts. 

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