Neuer Besitzer: «Russischer McDonald’s» öffnet erste Filialen in Moskau
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Neuer Besitzer«Russischer McDonald’s» öffnet erste Filialen in Moskau

Als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine zog sich der Fast-Food-Riese McDonald’s aus dem grössten Land der Erde zurück. Nun sollen die ersten Restaurants unter einem russischen Besitzer wieder öffnen.

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Ein Hamburger und zwei Fritten: So sieht das neue Logo des «russischen McDonald’s» aus. 

Ein Hamburger und zwei Fritten: So sieht das neue Logo des «russischen McDonald’s» aus. 

via REUTERS
Das gelbe M musste überall verschwinden, die Mitarbeitenden durften bleiben.

Das gelbe M musste überall verschwinden, die Mitarbeitenden durften bleiben.

REUTERS/Anton Vaganov
Nach mehr als 30 Jahren hatte McDonald’s sein Russland-Geschäft als Reaktion auf den von Kremlchef Wladimir Putin begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine Anfang März geschlossen.

Nach mehr als 30 Jahren hatte McDonald’s sein Russland-Geschäft als Reaktion auf den von Kremlchef Wladimir Putin begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine Anfang März geschlossen.

REUTERS/Anton Vaganov

Darum gehts

Einige Wochen nach dem endgültigen Rückzug der US-Fast-Food-Kette McDonald’s aus Russland öffnen die ersten Restaurants unter ihrem neuen, russischen Besitzer. Insgesamt 15 Filialen in Moskau und Umgebung sollen an diesem Sonntag wieder Gäste empfangen – unter neuem Namen und Logo, aber an denselben Standorten, mit demselben Personal und fast identischen Gerichten.

Nach mehr als 30 Jahren hatte McDonald’s sein Russland-Geschäft als Reaktion auf den von Kremlchef Wladimir Putin begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine Anfang März zunächst vorübergehend geschlossen. Wie mehrere andere internationale Unternehmen zog sich der Konzern dann später endgültig aus dem flächenmässig grössten Land der Erde zurück, wo er mit 62’000 örtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuletzt zu einem der wichtigsten Arbeitgeber zählte. Lediglich an Bahnhöfen und Flughäfen sollen einzelne Restaurants wegen besonderer Franchise-Verträge, die nicht einfach aufzukündigen sind, zunächst unter US-Logo weitergeführt werden. 

Der neue Besitzer der russischen Kette heisst Alexander Gowor und betrieb bis zuletzt bereits 25 McDonald’s-Filialen in Sibirien. Nun kaufte der Unternehmer zu einem nicht genannten Preis die landesweit 825 weiteren Standorte ebenfalls auf – und will sie laut eigener Aussage innerhalb von zwei Monaten alle wiedereröffnen.

Historische Bedeutung für Russen

Das Comeback von McDonald’s in neuem, russischem Gewand ist seit Tagen heiss diskutiertes Thema in Russlands sozialen Netzwerken. Die Regierungszeitung «Rossijskaja Gaseta» widmete dem «russischen McDonald’s» kürzlich sogar eine ganze Seite.

Das grosse Interesse hat auch damit zu tun, dass McDonald’s für viele Russen eine regelrecht historische Bedeutung hat: Anfang der 1990er-Jahre war die Eröffnung der ersten McDonald’s-Filialen auch ein Zeichen für Wandel und Aufbruch in Russland gewesen, vor den Restaurants bildeten sich damals 500 Meter lange Schlangen. Entsprechend symbolisch stehen nun die Schliessungen für die verhärteten Fronten zwischen Moskau und dem Westen.

McDonald’s zufolge hat sich der neue Besitzer Gowor, der einst in der Bergbau- und Öl-Branche reich wurde, vertraglich dazu verpflichtet, die bisherigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mindestens zwei Jahre lang zu denselben Konditionen weiterzubeschäftigen.

Gelbe Ms entfernt

Die McDonald’s-Markensymbole darf Gowor unterdessen nicht weiter nutzen. Und so wurden an russischen Restaurants in den vergangenen Tagen und Wochen nach und nach sämtliche gelbe Ms entfernt. Und wer die russische McDonald’s-Homepage aufruft, landete zuletzt auf einer Seite namens «Skoro tut budut burgers»: «Hier wird es bald Burger geben». Das neue Logo der Kette besteht Medienberichten zufolge aus einem roten Ball und zwei gelben Strichen, es soll einen Burgerpatty und zwei Fritten darstellen. Der neue Name ist noch nicht bekannt.

Darüber hinaus aber soll sich für die russischen Verbraucher möglichst wenig ändern. Die Gerichte sehen – zumindest auf den Fotos der Online-Speisekarte – fast identisch aus wie die alten. Und die Tatsache, dass McDonald’s in Russland seine Produkte bereits zuvor von russischen Landwirten bezog, soll dafür sorgen, dass sie auch weiter ähnlich schmecken. Lediglich: Der Burger «Filet-o-Fish» heisst jetzt «Fish Burger», der Hamburger «Royal» wird zum «Grand» und der «Double Royal» zum «Double Grand».

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

(DPA/chk)

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