Beschwerde abgelehnt: Russischer Oligarch blitzt in der Schweiz ab
Aktualisiert

Beschwerde abgelehntRussischer Oligarch blitzt in der Schweiz ab

Es geht um Milliarden, um Geldwäscherei und krumme Geschäfte – jetzt hat das Bundesstrafgericht im Streit zwischen Oleg Deripaska und Vladimir Potanin ein Machtwort gesprochen.

von
Sabina Sturzenegger
Oleg Deripaska (links) hat den Rechtsstreit in der Schweiz gegen seinen Kontrahenten Vladimir Potanin verloren.

Oleg Deripaska (links) hat den Rechtsstreit in der Schweiz gegen seinen Kontrahenten Vladimir Potanin verloren.

Der Machtkampf um den russischen Nickelproduzenten Norilsk Nickel auf dem Schweizer Parkett geht vielleicht in die letzte Runde: Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat eine Beschwerde des russischen Oligarchen Oleg Deripaska und dessen Firma UC Rusal gegen einen Entscheid der Bundesanwaltschaft (BA) abgelehnt. Deripaska wollte seinen Kontrahenten Vladimir Potanin wegen Geldwäscherei verklagen.

Potanin soll als Minderheitsaktionär von Norilsk Nickel einen fingierten Aktienverkauf und den späteren Rückkauf der Aktien mit einem Gewinn von über einer Milliarde Dollar eingefädelt haben. Das alles soll über die St. Galler Bank Hyposwiss abgewickelt worden sein.

Vorwürfe nicht haltbar

Doch dazu kommt es jetzt nicht. Nachdem die BA die Strafanzeige von Deripaska bereits abgelehnt hatte, ist er nun auch mit seiner Beschwerde gegen diesen Entscheid abgeblitzt. «Das Bundesstrafgericht hat nun definitiv klargemacht, dass die Gelwäschereivorwürfe gegen Interros nicht haltbar sind», sagt Hans Klaus, der Vladimir Potanin in der Schweiz vertritt, auf Anfrage von 20 Minuten Online.

Deripaska, der seine Karriere an der Moskauer Rohstoffbörse begann, steckt nach Ansicht seiner Gegner mit seinem Aluminium-Imperium und seinen zahlreichen Beteiligungen in Geldnöten. Jetzt versuche er systematisch, seine Kontrahenten vor Gericht zu zerren, erklärt Klaus. «Er agiert nach einem Muster. Weltweit sind es 30 bis 40 Rechtsfälle, die er angestrengt hat.»

Dennoch zählt Oleg Deripaska nach wie vor zu den reichsten Menschen Russlands. Er besitzt Anteile an General Motors, dem österreichischen Bauunternehmen Strabag, das auch in der Schweiz tätig ist, sowie Luxus-Hotels am Arlberg. Seine Geldquellen sind noch lange nicht versiegt - ob sein Rachefeldzug gegen Vladimir Potanin in der Schweiz mit dem jüngsten Entscheid somit beendet ist, ist alles andere als sicher.

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