Erster Staatsbesuch: Russischer Präsident auf Landsitz Lohn

Aktualisiert

Erster StaatsbesuchRussischer Präsident auf Landsitz Lohn

Der russische Präsident Dmitri Medwedew ist bei seinem Staatsbesuch in der Schweiz am Montagnachmittag auf dem Landsitz Lohn bei Bern eingetroffen. Dort wurde er vom Gesamtbundesrat mit militärischen Ehren empfangen.

Auf dem Bahnhof Kehrsatz - in unmittelbarer Nähe des Landsitzes - wurde Medwedew vom Berner Regierungspräsident Hans-Jürg Käser und einer Schulklasse begrüsst.

Ankunft in Zürich

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat seinen Staatsbesuch in der Schweiz begonnen. Um 11.30 Uhr landete er auf dem Flughafen Zürich. An der Seite seiner Frau Swetlana verliess er die Iljuschin IL96, die ihn von Moskau nach Zürich gebracht hatte.

Auf dem Rollfeld wurden die beiden von Bundespräsident Hans- Rudolf Merz und Aussenministerin Micheline Calmy-Rey empfangen. Ebenfalls anwesend waren die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli und Bundeskanzlerin Corina Casanova. Ein Trachtenmädchen überreichte der Präsidentengattin einen Blumenstrauss.

Ziel des Staatsbesuchs

In einer kurzen Ansprache würdigte Medwedew die Schweiz insbesondere als Vermittlerin in internationalen Konflikten. Russland schätze es ausserordentlich, dass die Schweizer die Idee Russlands zur Ausarbeitung eines rechtsverbindlichen europäischen Sicherheitsvertrags positiv bewertet hätten, sagte der Kremlchef.

Ziel des Staatsbesuchs sei es, dass zwischen den beiden Staaten entstandene gegenseitige Verständnis zu stärken und die bilaterale Zusammenarbeit in allen Bereichen nach vorne zu bringen, sagte Medwedew.

Bundespräsident Merz strich die Bedeutung des vor zwei Jahren unterzeichneten Memorandums of Understanding hervor und wies darauf hin, dass während des Staatsbesuchs vier neue Abkommen unterzeichnet würden. Dabei handelt es sich um Verträge in den Bereichen Visa, Rückübernahme, Katastrophenhilfe und Sport.

Zudem sagte Merz, es sei eine Ehre für die Schweiz, dass Russland der Schweiz das Schutzmandat für Georgien übertragen habe.

In Bassersdorf den Zug bestiegen

Auf dem roten Teppich schritt der Kremlchef gemeinsam mit Bundespräsident Merz eine Ehrenformation der Schweizer Armee ab. Nach dem Abspielen der Nationalhymnen bestieg das Ehepaar Medwedew eine Limousine und fuhr überraschend nicht nach Zürich, sondern nach Bassersdorf, von wo aus die russische Delegation in einem Extrazug nach Bern befördert wird.

Der russische Präsident wird sich für zwei Tage in der Schweiz aufhalten. Nach einem politischen Teil in Bern wird Medwedew am Dienstag die Innerschweiz und dabei das Suworow-Denkmal in der Schöllenenschlucht besuchen.

Striktes Protokoll

Staatsbesuche sind die nobelste Form, mit der die Schweiz ausländische Gäste empfängt. Sie sind Königen und Staatsoberhäuptern vorbehalten und finden unter Einhaltung eines strikten Protokolls statt. Der Bundesrat betrachtet sie als gute Gelegenheit zur Beziehungspflege und zur Präsentation des Landes.

Die Staatsbesuche dauern in der Regel zwei Tage und beginnen mit dem Empfang der Gäste durch den Bundespräsidenten. Die Begrüssung mit militärischen Ehren erfolgt meist auf dem Bundesplatz in Bern durch den Bundesrat in corpore und nicht wie im Fall von Dmitri Medwedew direkt nach der Ankunft auf dem Flughafen.

Der zweite Besuchstag ist meist, aber nicht zwingend einem Ausflug in die Heimat des amtierenden Bundespräsidenten gewidmet. Auch hier wird im Falle Medwedews eine Ausnahme gemacht, reist er doch nicht in die Heimat von Hans-Rudolf Merz ins Appenzellerland, sondern in Erinnerung an den russischen Feldmarschall Alexander Suworow in die Innerschweiz.

(sda)

Leser-Reporter jagen den russischen Präsidenten

Heute weilt er in Bern, morgen wird er die Innerschweiz buchen und auf den Spuren des Generals Suworow wandeln. Wo genau der russische Präsident sich blicken lässt, ist aus Sicherheitsgründen noch unklar. Mit höchster Wahrscheinlichkeit wird er aber das Suworow-Denkmal in der Schöllenen-Schlucht besuchen. Jetzt kommen Sie ins Spiel: Wenn Sie den Präsidenten auf seiner Reise fotografiert haben, schicken Sie uns doch ein Foto. So werden Sie Leser-Reporter:

MMS mit dem Stichwort REPORTER und Ihrem Text an die Nummer 2020, Orange-Kunden an die Nummer 079 375 87 39 (70 Rappen pro MMS). Oder mailen Sie es an .

Auch via iPhone und Web-Upload können Sie die Beiträge schicken. Wie es geht, erfahren Sie .

Für einen Abdruck in der Zeitung erhalten Sie bis zu 100 CHF.

Deine Meinung