Silvio Berlusconi will Wladimir Putin zum Rückzug überzeugen

Publiziert

Ukraine-KriegRussischer Rückzug noch vor Weihnachten? Berlusconi will schlichten

Der ehemalige italienische Premierminister Silvio Berlusconi glaubt, einen grossen Einfluss auf den Kreml-Chef zu haben. Zuvor hatte Putin Anrufe von Berlusconi über längere Zeit ignoriert. 

1 / 4
Silvio Berlusconi will als Friedensstifter zwischen Russland und der Ukraine vermitteln.

Silvio Berlusconi will als Friedensstifter zwischen Russland und der Ukraine vermitteln.

REUTERS
So ist er sich sicher, dass er Putin zu einem Abzug seiner Truppen aus der Ukraine noch vor Weihnachten bewegen kann.

So ist er sich sicher, dass er Putin zu einem Abzug seiner Truppen aus der Ukraine noch vor Weihnachten bewegen kann.

REUTERS
Die beiden sollen laut Berlusconi gute Freunde sein – er gehöre gar zu den einzigen fünf Freunden, die Wladimir Putin habe.

Die beiden sollen laut Berlusconi gute Freunde sein – er gehöre gar zu den einzigen fünf Freunden, die Wladimir Putin habe.

REUTERS

Darum gehts

  • Silvio Berlusconi möchte Putin dazu bewegen, seine Truppen aus der Ukraine noch vor Weihnachten abzuziehen.

  • Offenbar ist der italienische Ex-Premier optimistisch, eine Friedenslösung zu finden, die auch die Position der Nato nicht untergräbt.

  • Woher der Optimismus kommt, ist unklar – zu Beginn des Krieges war der russische Präsident für Berlusconi jeweils nicht zu erreichen.

Silvio Berlusconi sehe sich als die «einzige Person», die zwischen den Kriegsparteien Russland und der Ukraine vermitteln und für Frieden sorgen könne. Mit dieser Aussage machte der italienische Kulturstaatssekretär Vittorio Sgarbi gegenüber der britischen Zeitschrift «The Spectator» auf sich aufmerksam. Berlusconi wolle den Kreml-Chef davon überzeugen, sich noch vor Weihnachten aus der Ukraine zurückzuziehen. 

«Privatjet steht bereit»

Aktuell gibt es keine direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau bezüglich einer Beendigung der Kriegshandlungen. Berlusconi will das nun ändern. «Er glaubt, er kann es schaffen. Und wenn er es schafft, ohne die Position der NATO zu untergraben, dann könnte er als Held in die Geschichtsbücher eingehen», so Sgarbi. Sein Privatjet stehe bereit.

Putin und Berlusconi hatten sich während Berlusconis Zeit als Regierungschef angefreundet. Obwohl Putin Berlusconi laut Eigenaussage zu seinen einzigen fünf Freunden zähle, konnte Berlusconi den russischen Präsidenten zu Beginn des Krieges telefonisch nicht erreichen. Unklar bleibt, warum dies sich nun ändern sollte.

Wodka-Geschenk verstiess gegen Sanktionen

Der 86-jährige Senator soll zum Geburtstag sogar Geschenke aus Moskau erhalten haben – und zwar 20 Flaschen Wodka. Als seine Partei in die Regierung eintrat, dementierte Berlusconi, ein solches Präsent erhalten zu haben, da befürchtet wurde, dies würde die Russland-Politik der EU torpedieren. Nebst dem politischen Skandal verstiess Berlusconi mit der Annahme des Geschenkes auch gegen EU-Sanktionen.

Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fühlte sich nach dem Vorfall genötigt, klar Stellung zu beziehen: «Ich habe die Absicht, eine Regierung mit einer klaren und eindeutigen aussenpolitischen Linie zu führen. Italien ist voll und ganz und mit erhobenem Haupt Mitglied der EU und der NATO. Diejenigen, die damit nicht einverstanden sind, werden nicht Teil der Regierung sein können.»

Trotz scheinbarer Einigkeit in der Politik brodelt es in der italienischen Bevölkerung. Rund 100’000 Menschen versammelten sich Anfang November in Rom, um gegen Waffenlieferungen an die Ukraine zu demonstrieren. Umfragen zufolge wünschen sich die meisten Italiener, dass sich die Ukraine um Präsident Selenski auf Friedensverhandlungen mit dem Kreml einlässt, wie heute.at schreibt.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(heute.at/bho)

Deine Meinung

39 Kommentare