Pussy-Riot-Prozess: Russisches Volk will Gnade walten lassen
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Pussy-Riot-ProzessRussisches Volk will Gnade walten lassen

Eine Mehrheit der Russen ist gegen eine Haftstrafe für die drei Mitglieder der Frauen-Punkband Pussy Riot. Gemäss einer Umfrage wollen mehr als 50 Prozent die Frauen lieber mit einem Arbeitseinsatz bestrafen.

Die Mehrheit der Russen hält eine Haftstrafe für die schrille Protestaktion der Punkband Pussy Riot in der Moskauer Erlöserkathedrale gegen Präsident Wladimir Putin für überzogen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada sprachen sich lediglich 33 Prozent der Befragten für ein Gefängnisurteil aus.

Mehr als 50 Prozent hielten dies für unangemessen. Für angebracht hielten die meisten Befragten zum Beispiel entweder einen Arbeitseinsatz für das Gemeinwohl oder eine Geldstrafe.

Nur etwa ein Viertel der Russen sah die Anklage wegen «Hooliganismus» als wahren Grund für den Gerichtsprozess. Die meisten Befragten sahen die Kränkung von Gläubigen als Anlass für das Vorgehen der Justiz. 47 Prozent gaben zudem an, dass die Frauen die gesellschaftliche Moral aufs Gröbste verletzt hätten.

17 Prozent waren der Meinung, dass Pussy Riot nur deshalb angeklagt worden sei, weil die Band Putins Rücktritt verlangt hatte. Etwa jeder fünfter Befragte gab an, dass der russische Machtapparat den Prozess initiierte habe, um die Opposition einzuschüchtern. Acht Prozent meinten demnach, dass Putin selbst das Verfahren steuere.

Der Prozess gegen die drei Pussys läuft

In einer nicht repräsentativen Internet- und Telefonabstimmung des kremlkritischen Radiosenders Echo Moskwy riefen zudem mehr als 70 Prozent der Hörer die Band Pussy Riot auf, ihren politischen Kampf fortzusetzen. Rund 20 Prozent waren der Meinung, dass die Frauen zu Kreuze kriechen und die Kirche um Vergebung bitten sollten.

Den Frauen drohen bis zu sieben Jahre Straflager oder Haft wegen Rowdytums aus religiösem Hass.

(sda)

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