Georgien: Russland aus Pufferzonen abgezogen

Aktualisiert

GeorgienRussland aus Pufferzonen abgezogen

Die russischen Streitkräfte sind vor Ablauf der Frist aus dem georgischen Kerngebiet abgezogen. Alle Soldaten haben die Pufferzonen um die Provinzen Südossetien und Abchasien verlassen.

Georgiens Innenminister Wano Merabischwili bestätigte den Abzug der russischen Truppen. Georgische Spezialeinheiten würden nun die Ortschaften in der «Pufferzone» kontrollieren.

«Die Menschen, die im Krieg flüchten mussten, können in ihre Wohnungen zurückkehren, und die georgische Polizei wird für ihre Sicherheit sorgen», sagte er.

Der Leiter der EU-Mission, der deutsche Diplomat Hansjörg Haber, bestätigte den Abbau der Checkpoints. Der zeitgemässe Abzug sei «eine gute Nachricht». Die EU-Beobachter stünden bereit, nach dem russischen Rückzug zur Stabilität der Situation beizutragen, sagte eine Sprecherin Habers in Moskau.

Weiter in Südossetien

Der georgische Integrationsminister Temur Jakobaschwili kritisierte, dass sich die russischen Truppen aber weiter in jenen Teilen Südossetiens aufhielten, die vor Ausbruch des Krieges von Georgien kontrolliert worden waren. Russland erfülle somit weiter nicht die internationalen Forderungen.

Nach dem mit Hilfe der Europäische Union (EU) ausgehandelten Waffenstillstandsabkommen dürfen die russischen Soldaten ab Freitag nicht mehr ausserhalb der Provinzen Südossetien und Abchasien präsent sein.

In den von Georgien abtrünnigen Gebieten, die Russland als unabhängige Staaten anerkannt hat, bleiben sie mit 7600 Mann als Friedenstruppen stationiert.

Lawrow fordert Waffenembargo

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow forderte als Folge des Krieges im Südkaukasus ein internationales Waffenembargo gegen Georgien. Dies würde zur Stabilität der Region beitragen, sagte Lawrow. Moskau hatte in den vergangenen Wochen besonders die USA, die Ukraine und Israel beschuldigt, Waffen an Tiflis geliefert zu haben.

Der Krieg hatte mit einer georgischen Offensive in der abtrünnigen Region Südossetien begonnen. Wenige Stunden später marschierte die russische Armee mit der Begründung in Georgien ein, dort lebende Landsleute schützen zu wollen.

(sda)

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