Russland bekräftigt Anspruch auf Arktis
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Russland bekräftigt Anspruch auf Arktis

Russland hat nach Auswertung von Forschungsdaten einer Nordpolexpedition seinen Anspruch auf Öl- und Gasvorräte in der Arktis bekräftigt. Es spreche alles dafür, dass der Lomonossow-Rücken mit dem russischen Festland verbunden sei.

Der Lomonossow-Rücken auf dem Grund des Polarmeeres gehöre deshalb zu Russland, teilte das Umweltministerium in Moskau am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax mit. Die Untersuchung solle bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Andere Arktis-Anrainer wie Norwegen und Dänemark hatten die von patriotischer Staatspropaganda begleitete russische Expedition zum Nordpol als «irrelevant» bezeichnet. Als Symbol des eigenen Anspruchs hatten russische Wissenschaftler Anfang August eine Nationalflagge aus Titan auf dem Meeresgrund in der Arktis aufgestellt.

Präsident Wladimir Putin forderte darauf, mit Hilfe der entnommenen Boden- und Wasserproben müsse der russische Anspruch vor «den internationalen Organisationen» wissenschaftlich belegt werden.

Experten vermuten grosse Rohstoffvorkommen aus dem Meeresgrund der Arktis. Russische Firmen stehen bereit, in einigen Jahren mit ersten Tiefseebohrungen nach Erdöl und Erdgas zu suchen.

Seit 2001 fordert Moskau bei den Vereinten Nationen eine Anerkennung von zwei Dritteln der Arktis mitsamt des Nordpols als russisches Hoheitsgebiet. Auch andere sogenannte Polarstaaten wie Kanada, die USA, Dänemark und Norwegen machen Ansprüche auf Teile der Arktis geltend.

(sda)

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