Publiziert

Biden-Attacke auf PutinRussland beordert Botschafter nach Moskau zurück

Mit dem vorübergehenden Rückzug des russischen Botschafters aus Washington reagiert der Kreml auf die Attacke von US-Präsident Joe Biden auf Waldimir Putin.

1 / 4
Soll mithelfen, dass sich die Beziehungen zwischen Moskau und Washington nicht verschlechtern: Der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow. (Archivbild)

Soll mithelfen, dass sich die Beziehungen zwischen Moskau und Washington nicht verschlechtern: Der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow. (Archivbild)

AFP/Getty Images/Mark Wilson
Hält laut einem Interview den russischen Präsidenten Wladimir Putin für einen «Mörder»: US-Präsident Joe Biden.

Hält laut einem Interview den russischen Präsidenten Wladimir Putin für einen «Mörder»: US-Präsident Joe Biden.

Getty Images via AFP/Erin Scott
Biden (links) nimmt seit seinem Amtsantritt im Januar eine deutlich härtere Haltung gegenüber Moskau ein als Trump, dem eine übergrosse Nähe zum Kreml-Chef vorgeworfen wird.

Biden (links) nimmt seit seinem Amtsantritt im Januar eine deutlich härtere Haltung gegenüber Moskau ein als Trump, dem eine übergrosse Nähe zum Kreml-Chef vorgeworfen wird.

AFP/Alexey Druzhinin

Darum gehts

  • US-Präsident Joe Biden hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Interview einen «Mörder» genannt.

  • Russland hat nun seinen Botschafter aus Washington zurückbeordert.

  • Der US-Botschafter in Moskau wird auf seinem Posten bleiben.

Nach der scharfen Attacke von US-Präsident Joe Biden auf Kreml-Chef Wladimir Putin hat Russland seinen Botschafter in Washington nach Moskau zurückbeordert. Anatoli Antonow sei am Mittwoch zu Konsultationen nach Moskau geladen worden, um die Zukunft der Beziehungen zu den USA zu analysieren, erklärte das russische Aussenministerium. Biden hatte in einem Fernsehinterview gesagt, er halte Putin für einen «Mörder».

Das russische Aussenministerium erklärte, bei den Gesprächen mit Botschafter Antonow solle es um die Frage gehen, wie eine «irreversible Verschlechterung» der Beziehungen verhindert werden könne. Vize-Aussenminister Sergei Riabkow sagte der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, die Verantwortung für die Verschlechterung der Beziehungen «liegt vollständig bei den Vereinigten Staaten».

Das US-Aussenministerium erklärte, es nehme die Rückbeorderung des russischen Botschafters zur Kenntnis. Eine Sprecherin ergänzte, der US-Botschafter in Moskau werde trotz der Krise auf seinem Posten bleiben, um «offene Kommunikationskanäle» aufrechtzuerhalten und «das Risiko von Fehleinschätzungen zwischen unseren Ländern zu reduzieren».

«Das tue ich»

Biden war in dem Interview des Senders ABC News gefragt worden, ob er der Ansicht sei, dass Putin «ein Mörder ist». Der US-Präsident antwortete: «Das tue ich.» Biden nannte keine Einzelheiten und machte nicht deutlich, ob er sich damit auf die versuchte Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexei Nawalny bezog. Biden sagte in dem Interview auch, der russische Staatschef werde dafür «bezahlen», dass er seine Präsidentschaftskandidatur 2020 zu untergraben versucht habe.

Am Dienstag hatten die US-Behörden einen neuen Bericht veröffentlicht, demzufolge sich Russland auch in die US-Präsidentschaftswahl 2020 eingemischt hat – und nicht nur in die Wahl 2016, die Bidens Vorgänger Donald Trump gewonnen hatte.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies den Bericht zur US-Wahl am Mittwoch als «völlig gegenstandslos und unbegründet» zurück. «Wir betrachten diesen Bericht als falsch», sagte Peskow. Der Kreml bedauere die Veröffentlichung des Berichts, dieser solle als «Entschuldigung» für mögliche neue Sanktionen gegen Moskau gelten.

Biden nimmt härtere Haltung ein

Auch auf Bidens Aussagen hatte Moskau sofort und scharf reagiert. «Putin ist unser Präsident und ein Angriff auf ihn ist ein Angriff auf unser Land», schrieb der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, im Onlinedienst Telegram.

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki, sagte am Mittwoch auf die Frage von Journalisten, ob Biden den russischen Präsident im wörtlichen oder nur im übertragenen Sinne für einen Mörder halte, der US-Präsident halte sich mit seinen «Bedenken» über Dinge, die er «böse oder problematisch» finde, nicht zurück. Als Beispiel nannte sie Wahleinmischungen, den Giftanschlag auf Nawalny und Cyberattacken.

Biden nimmt seit seinem Amtsantritt im Januar eine deutlich härtere Haltung gegenüber Moskau ein als Trump, dem eine übergrosse Nähe zum Kreml-Chef vorgeworfen wird.

Biden sagte, er habe sich kurz nach seinem Amtsantritt im Januar mit Putin unterhalten. «Zu Beginn des Gesprächs sagte ich zu ihm: ‹Ich kenne Sie und Sie kennen mich. Wenn ich zu dem Schluss komme, dass das passiert ist, dann machen Sie sich auf etwas gefasst›.» Biden ging nicht näher darauf ein, ob er damit die Wahleinmischung meinte oder andere russische Vorgehensweisen wie den Fall Nawalny. Der US-Präsident bekräftigte jedoch, dass er mit Moskau «arbeiten» wolle, «wenn es in unserem gemeinsamen Interesse ist».

(AFP/chk)

Deine Meinung

34 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Berner Bär - der Echte

19.03.2021, 15:48

Die Welt kann nur hoffen, dass "Creepy Joe" in seiner zunehmenden Demenz (die auch von den Trumphassern nicht mehr wegzuleugnen ist) nicht einmal nachts den roten Knopf mit denjenigen für das Licht der Nachttischlampe verwechselt.

Ottos

18.03.2021, 07:29

Typisch Ami! Ich frag mich immer was hat ein fast 80 jähriger in der Politik zu tun, vor allem wie kann einer der eventuell Demenz oder Altzheimer hat in diesem alter Präsident werden?

Long John

18.03.2021, 07:19

Typisch Demokratien: auf der ganzen Welt sticheln und sich einmischen um die amerikanischen Werte jedermann aufzuzwingen, so im Moment Russland und China. Trump war in dieser Beziehung besser. Ich hoffe, dass die vier Biden Jahre ohne grössere Kriege vorbeigehen.