Zensur für die Bürger – Russland blockiert Twitter und verlangt von Facebook Stopp des Fact-Checkings
Publiziert

Zensur für die BürgerRussland blockiert Twitter und verlangt von Facebook Stopp des Fact-Checkings

Der russischen Regierung sind die sozialen Netzwerke aus dem Ausland ein Dorn im Auge. Nun wurde offenbar Twitter blockiert und auch Facebook ist ins Visier des Kreml geraten.

1 / 3
Bilder wie dieses, das ein von russischen Geschossen getroffenes Haus in Tschuhujiw zeigt, sollen die Russinnen und Russen auf Social Media nicht sehen.

Bilder wie dieses, das ein von russischen Geschossen getroffenes Haus in Tschuhujiw zeigt, sollen die Russinnen und Russen auf Social Media nicht sehen.

AFP
Auch die offizielle Ukraine postet News zum Krieg auf Twitter.

Auch die offizielle Ukraine postet News zum Krieg auf Twitter.

Twitter/ Ukraine
Twitter wurde bereits weitgehend gesperrt.

Twitter wurde bereits weitgehend gesperrt.

REUTERS

Darum gehts

Für viele Russinnen und Russen sind soziale Netzwerke wie Twitter und Facebook wichtige Plattformen, um sich über die aktuellen Ereignisse in der Ukraine zu informieren und auszutauschen. Viele russische Medien sind durch einen sogenannten Maulkorberlass in ihrer Berichterstattung eingeschränkt, die staatlichen Medien berichten ohnehin nur das, was die Politik des Kreml unterstützt.

Das will die Regierung offenbar nicht weiter hinnehmen: Wie die auf die Beobachtung des Netzwerkverkehrs spezialisierte Plattform Netblocks.org meldet, ist die Nutzung von Twitter seit Samstagmorgen offenbar zu weiten Teilen gesperrt oder massiv eingeschränkt. Seit da wurden massive Service-Ausfälle festgestellt, bei vielen russischen Providern funktioniert der Dienst nur noch stark eingeschränkt oder gar nicht mehr. Einzig über VPN-Netzwerke sei Twitter noch erreichbar.

Facebook blockiert Werbung russischer Staatsmedien

In der Nacht auf Samstag hatte zudem der Facebook-Konzern Meta in Reaktion auf Russlands Invasion in die Ukraine weitere Schritte ergriffen. Man sei dabei, russische Staatsmedien daran zu hindern, im sozialen Netzwerk weltweit Anzeigen zu schalten oder dort Geld zu verdienen, gab Nathaniel Gleicher, Sicherheitschef bei Facebook, auf Twitter bekannt. Russland hatte am Vortag Facebook teils beschränkt: Die Kommunikationsaufsicht Roskomnadsor in Moskau warf dem Facebook-Konzern vor, mit der Sperrung russischer Medien auf dem Netzwerk «grundlegende Menschenrechte und Freiheiten» sowie «Rechte und Freiheiten russischer Bürger» verletzt zu haben.

Laut Nick Clegg, Vizepräsident Global Affairs und Communications bei Meta, hatte der Kreml verlangt, bei staatlichen Medien wie etwa RIA Novosti oder Gazeta.ru ihr Fact-Checking einzustellen. Offenbar waren dort Fake News verbreitet und von Facebook entsprechend gekennzeichnet worden. Dies habe der Konzern abgelehnt: «Viele Einwohner Russlands nutzen unsere Apps, um ihre Meinungen auszudrücken und Aktionen zu organisieren», schrieb der frühere Vize-Premier Grossbritanniens auf Twitter. «Wir möchten aber, dass ihre Stimmen weiterhin gehört werden, sie teilen können, was geschieht, und sich via Facebook, Instagram, Whatsapp und Messenger organisieren können.»

My 20 Minuten

(trx/DPA)

Deine Meinung

6 Kommentare