Sinkende Ölpreise: Russland erwartet Haushaltsdefizit

Aktualisiert

Sinkende ÖlpreiseRussland erwartet Haushaltsdefizit

Erstmals seit zehn Jahren erwartet Russland 2009 ein Haushaltsdefizit. Der Umfang des Defizits sei noch nicht bekannt.

Die Lücke werde aber von Rücklagen gedeckt, sagte der Wirtschaftsberater des Präsidenten Arkadi Dworkowitsch gegenüber der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti am Mittwoch. Die Wirtschaftszeitung «Wedomosti» berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, das Defizit werde fünf Prozent oder mehr des Bruttoinlandsprodukts betragen. Als Grund wurden zurückgehende Einnahmen durch sinkende Ölpreise genannt.

Dessen ungeachtet versprach Präsident Dmitri Medwedew, er werde trotz der Finanzkrise an den staatlichen Sozialprogrammen festhalten. In den vergangenen acht Jahren des Wirtschaftsbooms habe Russland mit den Öleinnahmen genügend Devisenreserven angesammelt, um die Folgen der Krise abzumildern, sagte er am Mittwoch in einer von allen russischen Fernsehsendern ausgestrahlten Erklärung.

Medwedew schloss nicht aus, dass die Arbeitslosigket über den jetzigen Stand von sechs Prozent steigen werde. Das Tempo des Wirtschaftswachstums dürfte sich sicherlich verlangsamen. «Krise ist Krise. Aber wir dürfen keine unserer sozialen Zielsetzungen aus den Augen verlieren. Ich meine damit Löhne, Realeinkommen und Renten», erklärte Medwedew. (dapd)

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