Warnung an Georgien: Russland feiert den Sieg über Hitler

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Warnung an GeorgienRussland feiert den Sieg über Hitler

64 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat Russland mit einer gewaltigen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg über Hitler-Deutschland gefeiert - und gleichzeitig seine militärische Stärke demonstriert.

Rund 8,7 Millionen Soldaten der Sowjetarmee kamen im Zweiten Weltkrieg ums Leben. An der Parade vor den Kremlmauern nahmen viele Kriegsveteranen sowie die russische Regierung unter Führung von Wladimir Putin teil.

Während des vom Fernsehen direkt übertragenen Festzuges waren auch Panzer und schwere Kriegstechnik wie das moderne Raketenabwehrsystem S-400 sowie Topol-Interkontinentalraketen zu sehen. Strategische Bomber wie die Tupolew Tu-160, das als grösstes Kampfflugzeug der Welt gilt, donnerten in nur 300 Metern Höhe über den Roten Platz.

Medwedew: Lektion für alle Völker

«Der Sieg über den Faschismus ist ein grosses Beispiel und eine grosse Lektion für alle Völker», sagte der russische Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Dmitri Medwedew, vor rund 9000 Soldaten. Die Lehren des Krieges seien «aktuell für diejenigen, die sich heute auf militärische Abenteuer einlassen».

Medwedew warnte vor Angriffen auf Russland. «Wir sind sicher, dass jeder Angriff auf unsere Bürger angemessen beantwortet wird», sagte er wohl in Anspielung auf den Konflikt mit Georgien.

Medwedew wies auf Russlands Initiative für einen neuen Vertrag zur europäischen Sicherheit hin. Frieden und Sicherheit seien nur auf Grundlage einer Rüstungskontrolle in internationaler Zusammenarbeit möglich, sagte der Kremlchef. Russland und die USA verhandeln in diesem Jahr über ein Nachfolgeabkommen für den Ende 2009 auslaufenden Vertrag über die Reduzierung strategischer Offensivwaffen (START).

Armeereform

In seiner Rede forderte Medwedew die Streitkräfte auf, «stark, modern und professionell» zu sein. Medien in Moskau hatten wiederholt berichtet, in der Truppe gebe es Widerstände gegen eine vom Kreml geplante Armeereform. Das Verteidigungsministerium will die Zahl der Offiziere bis 2012 um 160 000 Mann senken, Grund ist eine personelle Neuordnung.

Der Kreml hatte im vergangenen Jahr zu Ehren der Veteranen erstmals seit Ende der Sowjetunion 1991 zur Siegesparade wieder Panzer und schwere Kriegstechnik aufgefahren.

Ungeachtet der Kosten begrüssen rund 70 Prozent der Russen die Wiederaufnahme dieser Tradition. Für den 65. Jahrestag im kommenden Jahr hat Russland grosse Feierlichkeiten mit internationaler Beteiligung angekündigt.

Feiern auch in Ex-Sowjetrepubliken

Auch in anderen früheren Sowjetrepubliken wurde am Samstag mit Festveranstaltungen der «Tag des Sieges» begangen, der auf dem Gebiet seit 1965 Feiertag ist.

Allein in Moskau hatten die Ordnungskräfte mehr als 5000 Polizisten und Soldaten eingesetzt, um einen ruhigen Verlauf der Feiern zu gewährleisten. Mehrere tausend Menschen verfolgten die Militärparade rund um den Roten Platz, in der U-Bahn liefen Soldatenlieder und Militärgedichte vom Band. (sda)

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