Russland fühlt sich von US-Abwehrraketen bedroht
Aktualisiert

Russland fühlt sich von US-Abwehrraketen bedroht

Russland fühlt sich nach den Worten eines Generals durch die Pläne zur Stationierung eines US-Raketenabwehrsystems in Polen und der Tschechischen Republik bedroht.

«Unsere Analysen zeigen, dass die Stationierungen eines Radarsystems in der Tschechischen Republik und von Abwehrraketen in Polen eine echte Bedrohung sind», sagte Generalleutnant Wladimir Popowkin am Montag russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Er ist zuständig für den Streitkräftebereich Weltraum. Die USA wiesen die russischen Vorbehalte zurück.

Die USA wiesen Popowkins Sorgen zurück. «Ich möchte noch einmal betonen, dass das Raketenabwehrsystem nicht gegen Russland gerichtet ist», sagte der stellvertretende US-Aussenminister Daniel Fried der polnischen Zeitung «Rzeczpospolita».

Mit dem System sollen nach Darstellung der US-Regierung feindliche Raketen aus Nordkorea, dem Iran oder anderen «Schurkenstaaten» abgefangen werden.

Die USA investieren pro Jahr etwa zehn Milliarden Dollar in ihr Raketenabwehrsystem MDI. Die Anlagen, die in Polen und der Tschechischen Republik installiert werden sollen, wären die grössten ausserhalb der USA.

Detaillierte Verhandlungen mit beiden Ländern seien in der vergangenen Woche eingeleitet worden und könnten mehrere Monate dauern, sagte Fried.

Russland hatte das Projekt bereits in der Vergangenheit mehrfach kritisiert. Im vergangenen Jahr sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow, das Abwehrsystem sei ein Versuch, die strategische Balance zwischen Russland und dem Westen zu verändern.

(sda)

Deine Meinung