Syrien: Russland gegen harte UNO-Sanktionen
Aktualisiert

SyrienRussland gegen harte UNO-Sanktionen

Moskau stellt sich quer gegen die geplanten Sanktionen der UNO gegen Syrien. Grund ist die UNO-Resolution zu Libyen, der Russland zugestimmt habe. Man habe sich daran die Finger verbrannt.

Ein palästinensischer Demonstrant hält in Ramallah eine syrische Flagge neben den arabischen Text: «Beendet das Töten derer, die für die Freiheit kämpfen».

Ein palästinensischer Demonstrant hält in Ramallah eine syrische Flagge neben den arabischen Text: «Beendet das Töten derer, die für die Freiheit kämpfen».

Russland ist gegen härtere UNO-Sanktionen gegen Syrien, wie der russische Botschafter in Frankreich am Donnerstag am Rande des G-8-Gipfels in Deauville sagte.

Ein Grund sei, dass sich sein Land mit seiner Zustimmung zur UNO- Resolution zum Militäreinsatz gegen Libyen die Finger verbrannt habe. Der von der NATO geführte Einsatz gehe inzwischen über das ursprüngliche Ziel der UNO-Resolution hinaus, sagte Alexander Orlow.

Ziel der UNO-Resolution war der Schutz der Zivilisten in Libyen vor Übergriffen des Regimes von Muammar al Gaddafi. Russland kritisiert, dass sich der Einsatz inzwischen gegen Gaddafi direkt richte. Russland verurteile zwar die Gewalt gegen Demonstranten in Syrien, werde aber sehr vorsichtig sein, bevor es einer neuen Resolution zustimme, sagte Orlow.

Sicherheitskräfte erschiessen Demonstranten

Nach Angaben einer Oppositionsgruppe ist in der Nacht zum Freitag in einem Dorf im Süden des Landes auf Demonstranten geschossen worden. Bei dem Angriff der syrischen Sicherheitskräfte sind dabei vier Menschen getötet worden. Der Vorfall habe sich im Dael ereignet, hiess es. Oppositionsgruppen haben ihre Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad in den Abend oder in die Nacht verlegt, weil dann die Sicherheitskräfte weniger präsent sind.

Weitere Demonstrationen soll es in der Nacht und am frühen Morgen in den Küstenorten Latakia, Banias und Dschableh, in den mittelsyrischen Städten Hama und Homs und der nördlichen Provinz Idlib gegeben haben. Das gewaltsame Vorgehen der regierungstreuen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten hat in den vergangenen beiden Monaten nach Angaben von Menschenrechtlern mehr als 1000 Menschen das Leben gekostet.

Türkei fordert Syrien zu umgehenden Reformen auf

Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu hat Syrien unterdessen zu umgehenden Reformen gedrängt. Das Land könne wieder Stabilität erlangen, wenn es eine «Schocktherapie» an Reformen durchführe, sagte Davutoglu am späten Donnerstagabend dem Fernsehsender Ulke TV.

Präsident Baschar Assad könne Vertrauen wiedergewinnen, wenn er Reformen in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Justiz und in der Politik umsetze, sagte Davutoglu. Er glaube ausserdem, dass Assad durchaus Reformen gutheissen würde, sie würden aber von «bestimmten Elementen innerhalb des Systems» verhindert.

Kommende Woche wollen sich syrische Oppositionsgruppen bei einem Treffen in der Türkei auf eine gemeinsame Linie gegen die Regierung von Präsident Assad einigen. (sda/dapd)

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