Keine Finanzhilfe: Russland gibt Zypern einen Korb
Aktualisiert

Keine FinanzhilfeRussland gibt Zypern einen Korb

Russland bleibt mit Zypern hart und verweigert dem EU-Mitglied neue Finanzhilfen. Die Vorschläge des zyprischen Finanzministers interessieren Russland nicht - auch wenn noch eine klitzekleine Hoffnung besteht.

Russland verwehrt dem krisengeschüttelten EU-Mitglied Zypern neue Finanzhilfen. «Die Verhandlungen sind beendet», sagte Finanzminister Anton Siluanow am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Es gebe kein Interesse an den Vorschlägen des zyprischen Finanzministers Michalis Sarris. Regierungschef Dmitri Medwedew schliesst ein Engagement seines Landes zur Abwendung der Krise jedoch noch nicht vollkommen aus.

Russland werde Zypern nur finanziell helfen, wenn der neue Rettungsplan von der Europäischen Union gebilligt werde, sagte Medwedew am Freitag in Moskau. Die Tür sei nicht verschlossen, Russland habe nicht «nein» zu Zypern gesagt, erklärte der Ministerpräsident.

Zypern sagt Nein zum EU-Paket

Der russische Finanzminister Anton Siluanow war zuvor aus Moskau abgereist und hatte erklärt, die Verhandlungen mit Moskau seien abgebrochen worden. Die Zyprer wollten russische Unternehmen laut Siluanow zu Investitionen in eine staatliche Firma bewegen, die Einnahmen aus den Offshore-Erdgasvorkommen der Insel verwaltet und den Russen einen Anteil an der Firma geben. Russische Investoren hatten daran aber offenbar kein Interesse.

«Plan B» soll Zypern vor Bankrott retten

Zypern läuft die Zeit davon

Ausserdem hätten die Zyprer Beteiligungen an ihren Banken offeriert. Aber auch hier habe sich kein einziges russisches Geldinstitut interessiert gezeigt.

Dem Inselstaat läuft die Zeit davon: Die Europäische Zentralbank hat angekündigt, die finanzielle Notversorgung des angeschlagenen zyprischen Bankensektors nur noch bis Montag bereitzustellen. Dann werde die Hilfe eingestellt, falls es bis dahin kein internationales Rettungsprogramm für den Euro-Staat gebe. (sda)

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