Aktualisiert 10.07.2015 13:44

US-Militärchef

«Russland ist die grösste Bedrohung der USA»

Im Kampf gegen den Feind befürwortet Joseph Dunford die Lieferung tödlicher Waffen in die Ukraine. Auch im Kampf gegen den IS will er in die Offensive.

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rar
Nachfolger von Martin Dempsey: Joseph Dunford vor dem Senat. (9. Juli 2015)

Nachfolger von Martin Dempsey: Joseph Dunford vor dem Senat. (9. Juli 2015)

Der designierte US-Generalstabschef Joseph Dunford sieht Russland als grösste Bedrohung für die Vereinigten Staaten. Vor diesem Hintergrund wäre es vernünftig, der Ukraine tödliche Waffen für den Kampf gegen die prorussischen Rebellen zu liefern, sagte Dunford vor US-Senatoren. «Ohne diese Art der Unterstützung werden sie nicht in der Lage sein, sich gegen russische Aggression zu verteidigen», sagte der General.

US-Präsident Barack Obama hatte Dunford im Mai als Nachfolger von Generalstabschef Martin Dempsey nominiert. Dunford stellte sich nun den Fragen des Streitkräfteausschusses im Senat, der seine Benennung bestätigen muss.

3300 US-Soldaten im Irak

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat konstatierte Dunford moderate Fortschritte. Falls er im Amt bestätigt werde, wolle er aber prüfen, ob die USA sich mehr auf die geografische Ausdehnung des IS konzentrieren sollten. Er räumte ein, dass US-Trainingsprogramme für lokale Verbündete weit weniger Rekruten haben als erwartet. Dies hänge mit einem rigorosen Auswahlprozess zusammen.

Im Irak sind rund 3300 US-Soldaten als Ausbilder und Berater stationiert. Dunford bejahte die Frage, ob die Zahl reiche, fügte aber hinzu: «Wenn sich die Bedingungen vor Ort ändern, könnten Änderungen notwendig werden, wie wir den Militäreinsatz führen.»

Der Republikaner Tom Cotton wollte wissen, ob Dunford nach einem Atomabkommen mit dem Iran erwarte, dass Teheran schiitische Milizen und Extremisten unterstützen und Regierungen im Nahen Osten destabilisieren werde. Darauf sagte Dunford: «Ich glaube, davon kann man ausgehen.» Auf die Frage, ob die USA die militärischen Fähigkeiten hätten, das iranische Atomprogramm zu zerstören, sagte der General: «Soweit ich weiss, haben wir das.» (rar/sda)

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