Tschetschenien: Russland muss Schmerzensgeld zahlen
Aktualisiert

TschetschenienRussland muss Schmerzensgeld zahlen

Russland muss der Familie eines spurlos verschwundenen Tschetschenen 45 000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Zu diesem Urteil kam der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg.

Die psychische Belastung für die Familie des Verschwundenen sei mit menschenunwürdiger Behandlung gleichzusetzen, hiess es in der Urteilsbegründung.

Russische Militärangehörige waren 2003 in das Haus der Familie bei Grosny eingedrungen und hatten den damals 22-Jährigen verschleppt, von dem seither jede Spur fehlt. Justizklagen der Familie, um das Verschwinden aufzuklären, blieben ergebnislos.

Die Regierung in Moskau hat den von Zeugen beschriebenen Tathergang im wesentlichen nicht bestritten. Wiederholte Anfragen des Gerichtshofes an die Regierung in Moskau zur Herausgabe von Dokumenten wurden mit Verweis auf laufende Ermittlungen abgewiesen.

(sda)

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