Georgien-Krise: Russland nicht zur Strafe aus WTO heraushalten
Aktualisiert

Georgien-KriseRussland nicht zur Strafe aus WTO heraushalten

Die Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation (WTO) sollte nach Ansicht von EU- Handelskommissar Peter Mandelson nicht am Georgien-Konflikt scheitern.

Niemand könne ein Interesse daran haben, Russland aus der WTO herauszuhalten, sagte Mandelson der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Brüssel. «Russland hat eindeutig Schwierigkeiten damit, sich an die post-sowjetischen Grenzen zu gewöhnen - aber keiner Grossmacht fällt es leicht, sich zu verkleinern.»

Vertreter der US-Regierung wie Handelsminister Carlos Gutierrez und auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama hatten einen WTO-Beitritt Russlands infrage gestellt.

Russland bemüht sich schon seit einem Jahrzehnt um die Aufnahme in die WTO. Es ist weltweit die grösste Volkswirtschaft, die noch nicht Mitglied der Handelsorganisation ist.

Die russische Regierung äusserte sich zuletzt widersprüchlich über ihre Haltung zum WTO-Beitritt. Der stellvertretende Ministerpräsident Igor Schuwalow sagte am Freitag, Russland halte daran fest. Der Westen halte den Prozess auf.

Ministerpräsident Wladimir Putin hatte jedoch vergangene Woche erklärt, seine Regierung sehe keine Vorteile mehr in einer Mitgliedschaft und sollte einige der in den Beitrittsgesprächen gegebenen Zusagen wieder zurückziehen.

Wegen des Krieges von Russland und Georgien um die abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien droht eine neue Eiszeit in den Beziehungen Russlands mit dem Westen. Die EU und die USA haben die militärische Grossoffensive scharf verurteilt. (sda)

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