Russland: Putin trennt sich von hohen Militärs
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Russland: Putin trennt sich von hohen Militärs

Angesichts der anhaltenden Unruhen im Kaukasus hat der russische Präsident Wladimir Putin am Montag mehrere führende Offiziere des Militärs und des Sicherheitsdienstes entlassen.

Unter anderem musste der Stabschef des russischen Streitkräfte, Anatoli Kwaschnin, seinen Posten räumen. Ebenfalls entlassen wurden der Leiter der Truppen des Innenministeriums, Wjatscheslaw Tichomirow, der stellvertretende Direktor des Sicherheitsdienstes FSB, Anatoli Jeschkow, und der Kommandant des Militärbezirks Nord-Kaukasus, Michail Labunets.

Kwaschnins Nachfolger ist sein bisheriger Stellvertreter Juri Balujewski, der dem Westen gegenüber als wohlgesonnen gilt. Nach dem Beitritt einiger ehemaliger Sowjetrepubliken in die NATO im April hatte Balujewski erklärt, Russland plane keine militärischen Gegenmassnahmen in diesen Gebieten. Man werde die Aktivitäten der NATO in den baltischen Staaten allerdings genau beobachten.

Grund für die Umbesetzungen innerhalb der Militärführung ist laut Medienberichten der Vorwurf des Versagens der russischen Streitkräfte im Einsatz gegen separatistische Rebellen im Kaukasus. Erst im vergangenen Monat hatten mehrere hundert bewaffnete Kämpfer in Inguschetien an der Grenze zu Tschetschenien verschiedene Polizeieinrichtungen angegriffen. Bei den Anschlägen waren rund 90 Menschen getötet worden. Die russische Regierung hatte die Situation in der Krisenregion zuvor noch als «zunehmend stabil» bezeichnet. (dapd)

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