Luftraum verletzt: Russland simuliert Raketenangriffe – folgt bald der Einmarsch in Estland?
Publiziert

Luftraum verletztRussland simuliert Raketenangriffe – folgt bald der Einmarsch in Estland?

Laut dem Nato-Staat führt Russland derzeit Simulationen von Raketenangriffen durch, ausserdem soll ein Helikopter in den Luftraum eingedrungen sein. Ist der Staat im Baltikum das nächste Ziel des Kremls?

von
Benedikt Hollenstein
1 / 6
Russland soll derzeit simulierte Raketenangriffe auf Estland in Kombination mit weiteren Militärübungen durchführen.

Russland soll derzeit simulierte Raketenangriffe auf Estland in Kombination mit weiteren Militärübungen durchführen.

REUTERS
Dies berichtete der Nato-Staat, der sich mit Russland eine knapp 300 Kilometer lange Grenze teilt, am Dienstag.

Dies berichtete der Nato-Staat, der sich mit Russland eine knapp 300 Kilometer lange Grenze teilt, am Dienstag.

IMAGO/YAY Images
Die Landesführung befürchtet deshalb eine Eskalation zwischen Russland und der Nato.

Die Landesführung befürchtet deshalb eine Eskalation zwischen Russland und der Nato.

REUTERS

Darum gehts

Während der Krieg in der Ukraine auch vier Monate nach Beginn der russischen Invasion anhält, sorgt der Kreml anscheinend auch dafür, für andere Einsätze gewappnet zu sein. So berichtet Estland, dass Russland derzeit Militärübungen inklusive simulierter Raketenangriffe durchführen würde. Die Nation, die zusammen mit Lettland und Litauen das Baltikum bildet, befürchtet deshalb eine Zunahme der Spannungen oder gar eine Eskalation zwischen Russland und einem Nato-Staat an der unmittelbaren Grenze zwischen den beiden Systemen, wie «Bloomberg» schreibt. Die Landesführung machte keine Angaben dazu, wie sie von den Simulationen erfahren hatte.

Helikopter dringt in Luftraum ein

Laut dem estnischen Verteidigungsministerium habe provokatives Verhalten im Vorfeld des Nato-Gipfels, der nächste Woche in Madrid stattfinden wird, stark zugenommen. Das Land hat ausserdem die Verletzung seines Luftraums durch einen Helikopter des russischen Grenzschutzes gemeldet. Der Hubschrauber des Typs Mi-8 sei am 18. Juni unerlaubt in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Mitglieds eingedrungen, teilte die estnische Armee am Dienstag mit.

Hältst du einen russischen Angriff auf Estland für realistisch?

Das Aussenamt in Tallinn bestellte wegen des Vorfalls den russischen Botschafter ein. «Estland hält dies für einen äusserst schwerwiegenden und bedauerlichen Vorfall, der zweifellos zusätzliche Spannungen verursacht und völlig inakzeptabel ist», hiess es in einer Mitteilung. Vonseiten des russischen Aussenministeriums, des Verteidigungsministeriums und des Kreml-Sprechers Dmitri Peskow blieben Stellungnahmen bisher aus.

Nach Armeeangaben war es die zweite Luftraumverletzung durch Russland in diesem Jahr. Sie sei im Gebiet Koidula im Südosten Estlands nahe der Grenze zu Russland erfolgt und habe fast zwei Minuten gedauert. Der Helikopter habe weder einen Flugplan übermittelt noch seine elektronische Kennung eingeschaltet gehabt. Auch habe der Pilot keinen Funkkontakt mit Estlands Flugsicherung gehalten, hiess es. Die Baltikumsstaaten fordern seit Beginn des Krieges eine entschiedene Antwort auf die russische Invasion. In den drei Staaten sind auch mehrere Tausend Nato-Soldaten aus verschiedensten Ländern stationiert.

Russische Militärübung vor Finnland

Am Dienstag gab Russland ausserdem bekannt, eine Übung im Golf von Finnland durchzuführen. Dabei sollen mit mehreren Schiffen der Baltikum-Flotte Minen gelegt, Schiessübungen mit Artillerie und Anti-U-Boot-Übungen absolviert werden, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet. 

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

My 20 Minuten

Deine Meinung

146 Kommentare