Aktualisiert

Russland übernimmt G8-Vorsitz

Erstmals hat Russland mit dem Beginn des Jahres 2006 den G8-Vorsitz übernommen. Das G8-Gipfeltreffen soll in der ersten Julihälfte in St. Petersburg abgehalten werden.

Moskau wolle seine Führungsrolle in den Reihen der grossen Industrienationen (G8) vor allem für einen weltweiten Energiedialog zwischen Produzenten und Verbrauchern nutzen, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA-Nowosti am Sonntag.

Präsident Wladimir Putin hatte Mitte Dezember betont, Ziel der russischen G8-Präsidentschaft sei es, eine internationale Energieversorgung zu annehmbaren Bedingungen für alle Marktteilnehmer zu gewährleisten.

Kritiker bemängelten, das zunehmend autoritär regierte Russland sei als Vorsitzender der G8 wenig geeignet, um global gesellschaftliche und ökonomische Reformen voranzutreiben. Der Gasstreit mit der Ukraine zeige, dass Russland seinen Reichtum an Energieressourcen für machtpolitische Zwecke missbrauche.

Der Vorsitz dürfte für den im Westen nicht ununmstrittenen Putin zur Gratwanderung werden. Die vom Westen immer wieder kritisierten Demokratiedefizite in seinem Land werden während seiner Präsidentschaft noch stärker von der Staatengemeinschaft unter die Lupe genommen.

Russland übernimmt den G8-Vorsitz von Grossbritannien. Im Jahr 2007 ist Deutschland wieder an der Reihe. Zur G8 gehören die führenden sieben Industrienationen Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA sowie Russland.

Zu den Themen der G8 gehören unter anderem der Kampf gegen weltweite Armut, die Arbeitslosigkeit sowie der Kampf gegen Kriminalität, Terrorismus und Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen. (sda)

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